!--------------! ( 4Z2 ) — —---^
,'lich geduldet worden, und daß die Saddueaer besfalls„nicht für Ketzer erkläret und aus der Synagoge gestoßenz.worden: wenn man nicht bedächte, daß sie durch Bezie-hung auf Moftn und die Propheten leicht oben bleiben„konnten, indem kein einziger Spruch auö der ganzen„Schrift auszuweisen war, welcher das Gegentheil lehret.„Da nun die Juden insgemein keine andere Richtschnur„des Glaubens annahmen, so konnten die Saddncaer„nicht allein nach dem Gesetze nicht verstoßen oder bestraft„werden, sondern sie machten gar die vornehmste Parthey„unter den Juden aus, waren bey Hofe beliebt, saßen,,mit im Synedrio, in dem Tempel und in den Synago-gen: Und ob es gleich Heisset, daß Simeon ben Sche-„tach sie aus dem großen Rathe verjaget; so lesen wir„doch an vielen Orten, daß sie nachyer beständig mit dar-„inn gesessen, ja daß sogar unter den hohen Priestern„selbst Ananus II. und Hyrcanus I. Sadducäer gewesen.„Wie gern würden die Pharisäer und alles Volk solcye„unter dem Namen derEpicurcr noch mehr verhaßteste„umerbrnctl und verbannet haben, wenn sie ihnen hätten„weisen können, daß sie wider das Gesetz lehreten? Die„Pharisäer hatten also die i,ehre von der Seelen Unsterb-lichkeit und künftiger Belohnung oder Bestrafung nicht„aus der Schrift genommen, sondern von fremden aus-wärtigen Völkern und Welrweisen entlehner: Und hat-„ten so fern den wichtigsten Grund, das mangelhafte Ge-setz zu ergänzen uns zu verbessern, ja nun zuerst eine Re-ligion daraus zu machen, was bisher noch keiner Reli-gion ähnlich gesehen; wenn sie nur nicht durch anders„thörichte Zasätze alles wieder verdorben, und die ganze
„Rcli-