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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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»»Religion zu einer scheinheiligen Heuchelet) gemacht hats,,ten. Allein sie wollten doch auch wede'' in dem einennoch in dem andern das Ansehen haben, daß sie etwas»vortrügen, welches in Mose und den Propheten nichtenthalten sey; als welcher Verdacht bey dem Volke sehrzu verhüten war. Sie ergriffen daher zweierlei) Mittel,ihre Ausätze mit der Schrift zu vereinigen. Einmal suchsten sie zu behaupten, daß vieles von Mose und den Prospheten nur mündlich vorgetragen wäre, welches auf sie,als auf dem Stuhle Mosis sitzende Lehrer, durch ihreVorfahren gebracht sey: andern Theils erfunden sie eisne Art allegorischer, mystischer, symbolischer, ja cabbaslistisch.r Auslegung der Schrift, welches eine Kunst istaus allen alles zn machen, und aus der Schrift zu besweifen, was man nur will. Dadurch wurden ihnen Thüsren und Thore aufge.han, ihre eigenen Lehren und Stifstungen als schriflmaßig einzuführen: sie wußten derSache wie Pcrer im l'üle vf a lud bald zu helfen:stand es nicht nticlem verbis in der Schrift, so standes doch toticiem hllabis et litteris darinn, und stand esnicht buchstäblich darin», so war es doch hie und da auf,,cine verblümte Weise angezeiget. Dieses ist der wahreGrnnd und Ursprung der an sich unnatürlichen und nieerhörten allegorischen und mystischen Auslegung, welcheman mit der Znt zur Einführung vieler andern Satzegebraucht hat, und worinn sich die Juden endlich so Versliebt, daß ihnen nichts artig bewiesen zu seyn dünkte,welches nicht allegorisch bewiesen wäre.

W.Daß dieUnsterblichkeit der Seelen aus dem altenTestament blos auf diese künstliche Weise herauszubrins

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