»»Religion zu einer scheinheiligen Heuchelet) gemacht hats,,ten. Allein sie wollten doch auch wede'' in dem einen„noch in dem andern das Ansehen haben, daß sie etwas»vortrügen, welches in Mose und den Propheten nicht„enthalten sey; als welcher Verdacht bey dem Volke sehr„zu verhüten war. Sie ergriffen daher zweierlei) Mittel,„ihre Ausätze mit der Schrift zu vereinigen. Einmal suchs„ten sie zu behaupten, daß vieles von Mose und den Pros„pheten nur mündlich vorgetragen wäre, welches auf sie,„als auf dem Stuhle Mosis sitzende Lehrer, durch ihre„Vorfahren gebracht sey: andern Theils erfunden sie eis„ne Art allegorischer, mystischer, symbolischer, ja cabbas„listisch.r Auslegung der Schrift, welches eine Kunst ist„aus allen alles zn machen, und aus der Schrift zu bes„weifen, was man nur will. Dadurch wurden ihnen Thüs„ren und Thore aufge.han, ihre eigenen Lehren und Stifs„tungen als schriflmaßig einzuführen: sie wußten der„Sache wie Pcrer im l'üle vf a lud bald zu helfen:„stand es nicht nticlem verbis in der Schrift, so stand„es doch toticiem hllabis et litteris darinn, und stand es„nicht buchstäblich darin», so war es doch hie und da auf,,cine verblümte Weise angezeiget. Dieses ist der wahre„Grnnd und Ursprung der an sich unnatürlichen und nie„erhörten allegorischen und mystischen Auslegung, welche„man mit der Znt zur Einführung vieler andern Satze„gebraucht hat, und worinn sich die Juden endlich so Vers„liebt, daß ihnen nichts artig bewiesen zu seyn dünkte,„welches nicht allegorisch bewiesen wäre.
W. „Daß dieUnsterblichkeit der Seelen aus dem alten„Testament blos auf diese künstliche Weise herauszubrins
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