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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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^«nd welche nur allein dieselben rühren, überzeugen undbeschämen konnte? Was lasset sich hieraus anders ur-tbeilen, als: entweder die Geschichte muß nicht wahrseyn, oder die Apostel wm d. n sie da, wo sie als der cin-zige kräftige Beweis - Grund überblieb, alle andere abernichts verfangen konnreu, nothwendig gebraucher haben.

W. .,D>.ses Urtheil wird noch mehr bestärket, wennman belrach-et, wie oft die Apostel und übrigen ZüngerJesu vor Römischen Gerichten gestanden, und zu stehenentschlossen waren, und sich doch diese Begebenheit we-der wirklich zu Nutze gemacht, noch solches zu thun je-mals gedacht haven. Man hat ja wol in spatern Zei-ten Briefe des Pilati an den Kaiser Tiberium gelichtet,worinn diese Erzählung nebst andern enthalten ist; aberin der That haben sich die Apostel bey den Römern nim-mer auf des Pilati oder seiner Kriegs-Knechte Zeugnißberufen, noch sich jemals darum bekümmert, ein solchesmündlich oder schriftlich von Pilato zu erhalten. Wärewol was besseres zu der Apostel Zweck, in so fern sieauch Heiden bekehren wollten, zu erdenken gewesen, alsdaß sie fürs erste nach den Namen der Wächter gefor?schet hätten, um dieselben bey allen Römern namhaft zumachen, welche man um die Wahrheit dieser Geschichte,,bcfraaen könnte. Denn wenn gleich diese Wächter von,,den Inden Geld bekommen, um die Sache zu verschwei-gen, oder anders zu erzählen; so würden sie doch beyihren j.andesleutcn kein Hehl daraus gemacht haben, dieWahrheit auf ernstliches Befragen zu gestehen; wo sienicht gar von selbst die wunderbare Geschichte bey ihren

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