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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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der jenem anvertrauet war, zu machen waS sie wollten.Mit Nicodemus aber hatten sie noch den 'Abend vorherdieSpccereyen eingekauft, womit sie den andern Morgenden Leichnam einwickeln wollten. Wenn also die Wei-ther auch sonst nichts von der Wache gervnßt hatten, somußten sie es von diesen beiden Rarhs-Herren erfahren,,haben. Die würden ihnen auch gesagt haben, daß sie,,nur nicht hinausgehen mögtcn, es sey umsonst, sie wür-,,den zu dem Körper nicht gelassen werden. Weil nunkein Mensch wissentlich etwas unmögliches unternimmt:so muß dieses, was die Weiber unternommen, möglich,,,'^nd folglich keine Wache vor dem Grabe gewesen seyn.Es ist offenbar, daß Matthaus diesen Widerspruch sel-ber eingesehen bat: darum setzet er auch nicht, wie dieandern Evangelisten, daß die Weiber hinausgegangenmir Speccrey, und um Jesu Leichnam zu baljamiren,oder den Srem abzuwälzen, und ins Grad hin-einzugehen: nein, sondern nur, daß sie hingegangendttv Grab ZU buchen; welches sie etwa von fernethun, und die Hüter ihnen nicht verwehren konnten.

§§.

. In allen übrigen Umstanden ist zwischen Mat-i.thao und den andern Evangelisten ein gleicher Wider-spruch. Denn nach Matthäi Bericht, als die Weiberhinkamen, das Grab zu besehen, siehe da entstand cmgroß Erdbeben: Der Engel des Herrn kam vom Him-mel herab, walzte den Stein von der Thür, und faßtesich darauf. Die Hüter aber erschracken für Furcht,und wurden als waren sie todt. Aber zu den Weibernsagte der Engel: Fürchtet euch nicht :c. Diese Erzah-

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