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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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mng hängt so zusammen, daß die Eröffnung des Gra<<bes durch den Engel in Gegenwart und im Gesichte derWeiber geschehen, und daß die Soldaten-Wache nochda gewesen, als sie gekommen; welche denn auch erstnach ihnen, als sie sich von ihrem Schrecken erholet,zum Thor der Stadt wieder hinein gehet. In derThat könnte es auch nicht anders gewesen seyn. Denndie Weiber giengen hinaus, da es noch finster war,und das Grab n>ar nahe vor dem Thor. Da nun Je-sus doch den dritten Tag und den Aufgang der Sonnenim Grabe hätte erwarten müssen, wenn es nur einiger«masien heissen sollte, daß er drey Ta^e im Grabe gewe-,,sen: so konnte die Auferstehung noch nicht vorbey, unddie Hüter noch nicht weg seyn; zumal da sie vor Furchthalb todt blieben und sich von dem Schrecken noch sobald nicht wieder besinnen, noch entschließen konnten,,,was dabey anzufangen sey. Allein, wie lautet nun da-gegen die Erzählung bey den andern Evangelisten? Wiedie Weiber unter einander sprechen, wer walzet uns denStein von des Grabes Thüre, und noch unterwegs vonferne dahin sehen, so werden sie gewahr, daß derGrein abgecvalzec se?; sie funden den Srcin ab-gervalzcr von dem Grabe, und giengen hinein.».-Narm Magdaiena sicher, daß der Grein von»,de-n Grabe htnrveg rv.»r. Da ist kein Erdbeben,,,kein Engel, der vom Himmel fahrt, keine Abwälzungdes Steins im Gesichte der Weiber, keine halb todte,,Wache, sondern wie sie in einer gewissen Weite dahin».sehen, so ist der Stein schon abgewälzet, die Wächter».verschwinden, und haben in dieser Evangelisten Gedan-

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