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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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kcn unmöglich Platz. Weiter sagt Maria Magdalena beym Johanne: Sie haben meinen Herrn wegge-kommen, und wir wissen nicbr, wo sie ihn hin-geiegr haben. Sie sagt zu Jesu, den sie für denGärtner hielt: Herr, hast du chn weggenommen,so jage mir, wo hast du ihn hingelegt, so will,,ich ^ holen. Demnach setzt sie ohne Bedenken zum»»Grunde, daß viele Menschen, und insonderheit derGärtner des Josephs von Arimathia, in dessen Gartendas Grab war, ungehindert hatten ins Grab kommenund den Körper wegtragen können. Dieses bestehetdurchaus nicht mit einer Wache, die das Grab und denKörper hüten sollte, und die, nach Matthäi Berichte,noch voller Schrecken und halb todt da lag. Es beste-het auch nicht mit einem Engel, welcher vor dem Grabesoll gesessen, und zu den ankommenden Weibern gesagthaben: fürcbrer euch nicbr, ihr sucher Jesum vonZTlazarerh, er ist nicht hier, sondern er ist auf-r-sianden.

§Z.Wir erkennen nunmehr ans den: vielfaltigen Wi-dersprüche, daß die Wächter, welche Matthaus vor daS,,Grab gestcllct, keinen Stand halten wollen, und sichvon einem gesunden Verstände nicht einmal gedenkenlassen. Daher diese Hirngespenster, welche den Vendacht des Betruges von den Jüngern Jesu abkehrensollten, denselben vielmehr bestärken. Die Wachter ver-schwinden bey jedem Umstände, und es bleibt allewege,,möglich, und bey aller Betrachtung der Sache höchstwahrscheinlich, daß die Jünger des Nachts zum Grabegekommen, den Körper gestohlen, und darnach gesagt,

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