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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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»-Jesus sey auferstanden. Lasset uns nun sehen, ob derübrigen Evangelisten Aussage von der Auferstehung Je-su an sich mehr einstimmig sey. Wenn die Evangelistenbliebst allen Aposteln noch im Leben waren, so könntensie es uns nicht verdenken, daß wir diese Untersuchunganstellen, und nach Befinden an ihrer Aussage zweifeln.Die Sache ist ganz ausse: ordentlich und übernatürlich:sie können niemand außer ihrem Mittel ausweisen, derJcsnm auferstanden gesehen hätte: sie allein sind Aeu-«gen davon, und wenn wir es genau erwegen, so habenwir von denen, die Zcsnm selbst wollen gesehen haben,heutiges Tages nur zween aufzuweisen: die übrigenzween sind nicht bey ihm gewesen, sondern haben es nuraus Hör, Sagen. Und die andern werden bloß in die-ser Zeugen Schriften als Zeugen aufgeführt. Dennochsollen wir auf dieser wenigen Zünger Jesu Zeugniß einganzes Lehrgebäude gründen. Za, was das meiste ist,so haben nach ihrem Berichte die Zünger Zesu anfangsselber nichts davon glauben wollen, sondern einige habennoch bis auf die leßte Zeit seiner Gegenwart auf Erocn^an der Wirklichkeit seiner Auferstehung gezweifelt. WieMaria Magdalcna mit den übrigen Weibern, den Apo-steln bekräftigen, sie hätten ein Gesicht der Engel gest-ehen , ja sie hätten Zesnm selber gesehen, gesprochen undangcfasset, glaubten sie es nicht. Es vünkten ihnen ihreWorte, als waren es Mährlein. PetruS lief hin zumGrabe, und sahe da nichts als die leinen Tücher, aberes nahm ihn doch Wuuder, wie daS zugienge. Da diebeyden wandemvcn Zünger den übrigen Aposteln sagten,wie Jesus mit ihnen auf dem Wege gewandelt und ge-

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