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„sonders her. Zween Aeltesten in Israel, da sie ihre„Geilheit bey der Susann« nicht hatten büßen können,„zeugeten falsch wider sie> daß sich ein junger Geselle zu„ihr im Garten gelegt hätte, und sie sollte schon aufsol-„cher ehrwürdigen zween Zeugen Aussage, nach dem Ge-setze Mosis, zum Tode verurtheilet werden; als Daniel„die Richter belehrcte, eine bessere Untersuchung der ZeU-„gen anzustellen. Er frug einen jeden besonders, unter„welchem Baume hast du sie funden? Der eine sprach„auf solche Frage: unter einer Linden; der andere: un-„ter einer Eichen. Also ward die Falschheit ihres Zeug-nisses durch den Widerspruch entdecket, die Jungfer frey„gesprochen, und die Zeugen getödtet. Die Regul des„Widerspruchs, welche bey dieftr Zeugen ? Probe zum„Grunde geleget ward, ist an sich ganz richtig, und wird„billig bis auf den heutigen Tag, bey allem Zeugen -„Verhöre, ja bey aller menschlichen Untersuchung der„Wahrheit zur Richtschnur gemacht: Wenn sich Zeugen,„wenn sich Geschichtschreiber widersprechen, so kann ihr„Bericht unmöglich wahr seyn. Aber bey der Susanna„war der Widerspruch lange nicht so klar, wie es zur„Ueberführung der Falschheit ihres Zeugnisses erfordert„ward. Denn Menschen haben allemal bey solchen klei-„neu Neben-Umstanden die billige Entschuldigung, daß„sie aus Begierde die Haupt-Sache zu bemerken, auf„solche geringe Dinge so genau nicht geachtet: ihr Fehler„bestehet demnach nur darinn, daß sie aussagen, was sie„nicht genau wissen, und worin sie sich leicht triegen und„einander widersprechen können: deßwegen kann doch die„Haupt -Sache wahr seyn. Wie, wenn diese Zeugen
„gesagt.