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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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sich den Züngern zu Jerusalem, da sie zu Tische gesessen,gezeigct; aber nicht, daß er sie da bleiben geheisscn,sondern vielmehr, daß er ihnen gesagt: geher Km ittalle IVclr. Und so ist beym Johanne, der nebst zween,.Erscheinungen zu Jerusalem, auch die Galiläische um-ständlich berichtet, nicht ein Wort zu finden, daß Jesus ,.seinen Jüngern gleich Anfangs sollte gesagt haben, nicht,.von Jerusalem zu gehen. Denn wie konnten sich dieseLeute so gröblich vergessen, und gleich hinter einanderso waS hin schreiben, dadurch das kurz vorhergefigte».gamlich aufgehoben wurde? So gut sich nun in diesemStücke ein jeder in Acht genommen, daß er sich nichtselbst widerlegte: so unwidertreiblich ist hingegen, daßeiner den andern widerleget und Lügen strafet. Ist eswahr, was LueaS sagt, daß JesuS gleich am ersten Ta-ge seiner Auferstehung seinen Jüngern in Jerusalemerschienen ist, und befohlen hat, da zu bleiben undnicht von da weg zu gehen bis Pfingsten: so ist esfalsch, daß er ihnen befohlen habe in derselben Zeitvon Jerusalem nach dem äußersten Galilaa zu wan-dern, um ihnen da zu erscheinen. Und umgekehrt kann,man nicht anders denken, ist dieses wahr, so muß jeneRede falsch seyn. Es ist der offenbarste Widerspruch,der auf der Welt seyn kann, und zwar in der Haupt-Sache, darauf die Wahrheil ihres Zeugnisses ankömmt»Denn die Zeugen der Auferstehung Jesu sollten ja vorallen Dingen zeugen, daß er ihnen erschienen sey nach».seinem Tode. Wenn nun der eine Zeuge sagt, daß die^Erscheinung zu Jerusalem geschehen sey, und ausser Ze^rusalem nicht habe geschehen sollen, der andere, daß sie

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