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Volke, das diese Erfahrung hatte, auf immer um dieErkennung und Aufnahme der ihm noch ungeläufigenWahrheit geschehen. Denn wenn der Fromme schlech-terdings glücklich war, und es zu seinem Glücke dochwohl auch mit gehörte, daß seine Zufriedenheit keineschrecklichen Gedanken des Todes unterbrachen, daß eralt und lebenvjarr starb: wie konnte er sich nach ei-nem andern Leben sehnen? wie konnte er über etwasnachdenken, wornach er sich nicht sehnte? Wenn aberder Fromme darüber nicht nachdachte: wer sollte esdenn? Der Bösewicht? der die Strafe seiner Misse-that fühlte, und wenn er dieses Leben verwünschte, sogern auf jedes andere Leben Verzicht that?
§. zi.
Weit weniger verschlug es, daß der und jenerJsraelite die Unsterblichkeit der Seele und künftigeVergeltung, weil sich das Gesetz nicht darauf bezog,gerade zu und ausdrücklich leugnete. Das Leugnen ei-nes Einzeln — wäre es auch ein Salomo gewesen, —hielt den Fortgang des gemeinen Verstandes nicht auf,und war an und für sich selbst schon ein Beweis, daßdas Volk nun einen großen Schritt der Wahrheit na-her gekommen war. Denn Einzelne leugnen nur, wasMehrere in Ueberlegung ziehen; und in Ueberlegung zie-hen , warum man sich vorher ganz und gar nicht be-kümmerte, ist der halbe Weg zur Erkenntniß.
§. Z2.
Laßt uns auch bekennen, daß es ein heroischer Ge-horsam ist, die Gesetze Gottes beobachten, blos weil
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