warte. Am folgenden Tag hatte derReis Effendi uͤber den nemlichen Ge-genſtand eine Conferenz mit dem preu-ſiſchen Miniſter, der ſogleich einenrier nach Berlin abſchickte.Antwort der beyden Höfe von Peters-burg und Berlin wird der Krieg oderFrieden abhangen, indem der Großſul-tan ſchlechterdings nicht zugeben kann,daß Pohlen getheilt and gänzlich ver-nichtet werde. Der franzöſiſche Gesand-te Dechorches ermangelt auch nicht, diePforte in dieſen Geſinnungen zu be-ſtaͤrken; die tuͤrkiſche Laud⸗ und Se-macht wird mit groͤſtem Eifer vermehrt.und uͤberall ſieht man franzöſiſche Schiff-bau⸗ und Exerciermeiſter . Gleichwohlunterlaͤßt Selim der dritte nicht, ingroſſem Glanz zu leben. Er baut herr-liche Pallaͤſte, und legt neue Gaͤrtennach dem europäiſchen Modegeſchmackmit Schneckenbergen anSchreiben von der hollaͤndiſchen Graͤnze,den 27, Jan.
Der General Pichegruͤ iſt im Haagangekommen, von da der Erbſtatthal-ter bereits nach Scheveningen abge-gaͤngen, um ſich am Bord einer Fre-gatte nach England zu begeben. Manweiß aber noch immer nicht mit Zu-verlaͤßigkeit, ob die Abfahrt, des Ei-
ſes wegen, wuͤrklich vor ſich gegangen.
Eben ſo unſicher ſind auch noch dieNachrichteu von dem eigentlichen We-ge, welchen die Erbſtätthalterin ge-nommen hat, um aus Holland zu ent-kommen. Die erſtern Nachrichten ſa-gen, daß ſelbige mit der Gemahlin desErbprinzen und deſſen jungen Prinzenvon Scheveningen zur See nach Eng-land gereiſet ſey. Neuere Nachrichtenmelden, daß ſie uͤber die Suͤderſee vonEukhuyſen nach Staveren und von danach Braunſchweig abgegangen ſey,wovon aber noch die Beſtaͤttigung zuerwarten.
Heute erlieſſen die hier angekomme-nen franzoͤſiſche Volksrepraͤſentanten ei-ne Proclamation an die bataviſche oderhollaͤndiſche Nation, worinnen ſehr hef-tige Anfuͤhrungen gegen den Statthal-
ter vorkommen, und dann folgendesgeſagt wird: Wir kommen euch nichtunters Joch zu bringen die franzoͤſiſcheſche Nation wird eure Unabhaͤngigkeitreſpectiren. Die franzoͤſiſche Truppenſollen die ſtrengſten Mannszucht hal-ten. Es ſoll die Sicherheit der Perſo-
nen und Guͤter gehandhabt werden.Der Gottesdienſt ſoll ungeſtoͤhrt bleiben.
Die Geſetze, Gewohnheiten, und Ge-braͤuche ſollen nach wie vor gehandhabtwerden. Das bataviſche Volk ſoll al-lein die Einrichtung ſeiner Regierungveraͤndern, und verbeſſern koͤnnen DieFranzoſen wollen alſo uns Hollͤnderals Alliirte, Freunde, und Bruͤder be-handeln.— Geſtern erſt iſt der Statt-halter aus dem Haag abgereißt, nach-dem er zuvor ſeine Statthalterſtelle,und alle bekleidete Aemter und Wuͤr-den feyerlich niedergelegt hatte.—Hier herrſcht vollkommene Ruhe undgroſſer Jubel uͤber unſere neue Regie-rung.— Da die engliſche Truppen aufihrem Ruͤckzug aus Holland ſengten,und brennten, ſo iſt auch mancher Ma-rodeur von den Bauern todt geſchlagenworden; und die franzoͤſiſche Truppenhaben die engliſche Ariergarde groͤß-tentheils aufgerieben, 1600. Mannfielen in franzoͤſiſche Gefangenſchaft.Haag, den 17. Jan.
Die Staaten von Holland haben al-len Commandanten die Befehle zuge-ſchickt, den franzoͤſiſchen Truppen kei-nen Widerſtand mehr zu leiſten. ZuLeyden, Harlem und in andern Staͤd-ten ſind die 1787. nach dem Einmarſchder Preuſſen abgeſetzten Rathsperſonenwieder eingeſetzt, und die bisherigenabgeſetzt worden. In allen hollaͤndi-ſchen Staͤdten bewaffnet ſich die Buͤr-gerſchaft.
Zu Insbruck werden die glaͤnzendſtenZubereitungen in der Reſidenz zum Em-pfange des Kurfuͤrſten on der Pfalz ge- macht. Die Ankunſt ißt auf den 13. Febr.veſgeſetzt. Der kayſerl. koͤnigl. Hof haͤltalle Koͤſten aus fuͤr Feſtins und Bewir-thung. Der Kurfuͤrſt logirt bis zur Ver-maͤhlung im Landhauſe; die Prinzeſſin,welche in Begleitung hres Vaters des