Ausgabe 
(9.2.1795) 34
 
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Erzherzogs Ferdinand und der Graͤfin Fal-eonieri als ihrer Aja und Vertrautinankommt, ſteigt in der Reſidenz ab. DasHofgefolge und den ganzen Hofſtaat bringtder kurſuͤrſtliche Braͤutigam mit. DerPraͤlat von Wildau verrichtet die Trau-ung. Im großen Rieſen⸗Saale, der mitBrettern und Tuch bedeckt wird, werdendie Tafeln und Geſellſchaſten gehalten.Ueberhaupt ſoll dieſes Beylager mit groſ- ſer Pracht vor ſich gehen. Ueber 40,000silberne und goldene Muͤnzen werden un-ter das Volk ausgeworfen.Paris , den 26. Jan.Eines unſerer oͤffentlichen Blaͤtter hat

Betrachtungen uͤber den Friedenangekuͤndiget. Der Verfaſſer be-weißt, daß wir unſern Eroberungen un-geachtet der Handelsverbindung mit un-fern Nachbarn zu Anſchafſung der Le-bensmittel beduͤrffen und bemerkt, daß

einige geheimnisvolle Politiker ihmedaruͤber Vorwuͤrffe machen werden, daßer auf dieſe Weiſe die Beduͤrfniſſe derNation aufdecke. Er faͤhrt alſo fort:das Augenmerk der verbundenen Maͤch-

te war Frankreich einzuſchlieſſen. Es

te war Frankreich einzuſchlieſſen. Esiſt wahr, dieſer Plan iſt nicht nur miß-lungen ſondern wir haben ſogar aufallen Seiten hre Graͤnzen beſetzt, in-deſſen ſind wir demnoch in einem Zu-ſtand der Belagerung, und die Zufuhrder Lebensbeduͤrniße iſt uns abgeſchnit-ten. Dieſe Lage zwingt uns zur Un-terhaltung einer ungeheuren Mengevon Menſchen, und der Mittelpunktleidet den bitterſten Mangel durch die

ungeheure Beduͤrfniſſe der entfernten

Armeen. Unſere Eroberungen vermin-dern zwar die druͤckende Laſt dieſer Aus-gaben, alleine ſie reichen doch bey wei-tem nicht hin ſolche unfuͤhlbar zu ma-chen. Der fruchtbare Theil der Pfalz,welchen wir beſitzen, mag zum Beweißdienen. Dieſes verheerte Land hat nurnach einem geringen Theile unſere Er-ſorderniſſe befriedigen kͤnnen. Wir ha-ben ſeine Quellen erſchͤpft, und koͤn-nen weder Pferde, noch Kleidungsſtuͤckenoch Nahrungsmittel daher ziehen. Wir

ſind von der Unwahrheit des Satzes

uͤberzeugt, daß Frankreich durch undfuͤr ſich ſelbſt beſtehen koͤnne. Es

iſt ausgemacht, daß Frankreich, beſon-ders zu Zeit des Kriegs, einen Theilder Beduͤrfniſſe von auſſen ziehen muß,und eben ſo wahr iſt es daß unſerKlima keine Metalle hervorbringt, wel-che der Erwerb⸗ und der Kunſtfleiß undder Schiffsbau erſerdert. Mit demSchifsbauholz, mit denen Wollen ausSpanien, und mit der Seide aus Pie-mont hat es gleiche Bewandniß. Frank-reich bedarf alſo des fremden Handels,und gleichwohl haben wir jetzt nur je⸗nen mit der Schweiz, welcher darinnbeſteht, daß wir durch deren Vermitt-lung ſelbſt von unſern Feinden ſolcheGegenſtaͤnde beziehen, fuͤr welche wirnach Maasgab der Schwuͤrigkeiten undLaͤnge des Transports ungeheure Preiſ-ſe zu geſtehen muͤſſen. Umſonſt be-ſteuren wir die eroberte Provinzen, dawir taͤglich dem Erwerbgeiſt und derGewinnſucht unſerer Nachbarn einen un-gleich druͤckendern Tribut zahlen muͤſſen.Baſel allein hat ſicher ſchon 5. und 6.mal mehr von uns gezogen, als wirvon den eroberten Churfuͤrſtenthuͤmernerpreſſen vermochten, und es iſt deß-wegen fuͤr uns ſehr weſentlich die Graͤn-zen unſers Handels zu erweitern. Da-zu koͤnnen uns nur 2. Mittel fuͤhren.Eine anſehnliche Flotte und ein vorlaͤu-figer Friede mit Deutſchland, Spanien ꝛc.Kurzgefaßte Nachrichten.

Die Großfuͤrſtin von Rußland hateine Prinzeßin zur Welt gebohren.In Wien koſten 2. Cyer 7. Kreutzer.

Eben daſelbſt iſt auch am 23. Jan.der ungariſche Nobelgardiſt Vichellyvon unbekannten Boͤßwichtern jaͤmmer-lich ermordet worden.

Zu Toulon werden die unermeßlichſtenVorkehrungen zu einer Expedition ge-gen Corſika getroffen. Die daſige Es-cadre erwartet nur noch eine Diviſionvon der Breſterfſotte die bereits indas mittellaͤndiſche Meer eingelaufen iſt.

Am 21. Jan. iſt zu Rom der Kardi-nal Corſini in einem Alter von 59 Jah-ren geſtorben. Aus Catalonien, wel-che ſpaniſche Provinz gegenwaͤrtig denAngriffen der Franzoſen am meiſten aus-

geſetzt iſt, kamen zu Ende des Decembers