Hoheit der Erſherzog Ferdinand mit demOberſthofmeiſter unſerer Erzher ogin Gra-ſen vvn Spaur, und dem General Gra—ſen von Collbredo dem Kurfurſten vonPfalzbayern bis Zirl entgegen, wohln be-xeits quch unſer Herr Gouvernceur, unddie 2 kayſerl. Geſandten vorausgegangenwaren. Um 5 Uhr ruͤckten unſere 2 Ba-taillons von Neugebaur, und WilhelmSchroͤder aus, um Spalier zu machen;bey Hef ſormirten die Cavaliers ein Spa-lier. So bald der Kurfuͤrſt mit ſeinerSuite zu Krogebiten angekoͤmmen war;,wurden von unſern Stuͤcken und Moͤrſerndie Zeichen gegeben. Um halb ein Uhrgeſchahe der ſeyerliche Einzug. Der Kur-fuͤrſt ſaß rechter Seits, der Erzherzog Fer-dinand aber liinker Hand: voraus ritteder Poſtmeiſter von Zirl , neben dem Kur-fuͤrſten der eommandirende Oberfllient.von Meugebaur Baron Balteſer, derStallmeiſter unſerer Erzherzogin,, and derLeibeurier des Erzherzogs Ferdinand; lin—ker Hand 2 bayeriſche Leibcuriers, und ſo—dann felgten die uͤbrigen Wagen. DerKurfuͤrſt von Pfalzbayern ſieht ungemeinmunter und geſund aus.— Geſtern war
bey Hof die feyerliche Vermaͤhlung in der
Stille als dieſe voruͤber war, gab derOberſthofmeiſter von dem Balcon das Zeichen/ worauf dieſe frohe Begebenheit demVolk mit 20 Kauonenſchuͤſſen bekaͤnnt ge—macht wurde. Heute iſt Freyball undfreye Redoute. Morgen iſt fruͤh um 6hr die Abreiſe feßgeſezt. Die hohen Herr-
ſchaften aus Maylakd geben denen NReu-
vermaͤhlten kurfuͤrſlichen Durchlauchtendas Beglkite bis an die bayeriſche Graͤu-ze, wozu 96 Poſtpferde in allen erſordertwerden. Die Bagage geht uͤber Kufſtein nach der Reſidenzſtadt Muͤnchen. — Eshereſeht bey Hofe and in unferer ganzenStadt allgemeine Froͤhlichkeit, und alles iſtnach Wunſch poruͤbergegangen. Die nun-mehrige Frau Kurfuͤrſtin von eeeeDurchlaucht iſt ungemein reitzend, einneh-mend, und herablaſſend, und die braventreuecn Bayern bekommen an Ihr eine rechterwuͤuſchte Landesmutter.Auſpach, den 15. Febr.So eben geht die Nachricht ein, daßder allgemein geliebte, geſchaͤtzte, undverehrte Fuͤrſtbiſchoff von Wuͤrzburg und
Vamberg geſtern in die beſſere Ewig—
keit uͤbergegangen ſey.Maynz, den 10. Febr.Geſtern Mend um 10, Uhr ereigne-
te ſich ein betruͤbter Zu fa U. Ein
ſten ertrunken ſind.
groſſer Zuſammeufluß von Schueewaſ-ſer ſtuͤrtzte gleich einem Wolkeunbruchedurch Zahlbach gegen den errichtetenDamm zwiſchen dem Linſenberg unddem Hauptſtein, vor welchem ohnediesſchon uͤber 40. Schuhe Waſſer gelegen,brach hier ſeitwaͤrts durch, und riß daszur Wirthſchaft wohl eingerichtete groſ⸗—ſe Gebaͤude, der Sounengarten ge-nannt, ganz zuſammen, ſo daß derWirth kaum noch Zeit hatte, ſich undſeine Familie durch die Feuſter im mitt—lern Stocke auf den Hauptſtein zu ret-ten. Das Brauſen des Waſſers, wel-ches durch die Wildgraͤben und Treu—cheen ſich wuͤthend fortwaͤltzte, warſchreckbar. Erſt nach Mitteracht liefdas Waſſer etwas ab. Heute fruͤh ka-men daunn noch die traurigen Berichtedazu, daß 7. Soldaten auf ihren Po—Die Gegenden vomBruch und Mombach ſind uͤberſchwemt.— Geſtern und heute hoͤrt man dieFranzoſen entfernt dfters aus kleinemGewehr feuern; was es zu bedeutenhat, weis man nicht.— Dieſen Abendum 5. Uhr brach plotzlich das Rheiu—eis vor unſerer Stadt los, als nochMenſchen und Vieh ſich darauf befan—den. Das Lamentiren war ſchrecklich,Ob Leute dabey verungluͤckt ſind, weißman unoch nicht ſicher. Inzwiſchen liefdas Eis ruhig und ohne den mindeſtenSchaden ab. Das Waſſer wuchs da—bey ſehx langſam, und kan blos durchdie Kauaͤle unter einige Stadtthore
In Holland wird nicht die im Jahr1786. und 1787. entworfene, ſonderneine der neuen franzoͤſiſchen aͤhnliche,Verfaſſung an enommen. Die Arti—kel eiger Kapitulation, welche man zu-erſt angab, waren unaͤcht. Aun Geld-eontribution haben die Franzoſen , bisjetzt, noch nichts bezahlt erhalten.—Die Geſchaͤfte und Verſammlungen derKaufleute auf der Boͤrſe zu Amſter—
brochen worden. Nur am Tage desEinmarſches, am 19. Jan. ſtund al-