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zoſen eine große Anzahl Waͤgen mitMundvorrath, worauf ſich auch Geldbefunden haben ſoll, weggenommen ha⸗—be.— Von ſcuͤhlheim wird geſchrie-ben, daß am 3. und 4. dieſes vielefrauzoͤſiſche Truppen kheils oben heruu—
ter hinter Kolln, theils aus Kolln den
Rhein hinunter marſchirt ſeyen, unddaß ſo auch dieſſeits die Truppenzuͤgegegen den Niederrhein anhalten.—Die Franzoſen treffen gegenwaͤrtig Au—ſtalten, ſich der Propiuz Seeland zubemaͤchtigen, und ruͤſten zu dieſem En—de eine groſſe Anzahl kleiner Fahrzeu⸗—ge aus, auf welchen ein betraͤchtlichesKorps Truppen eingeſchifft werden ſoll.— Alle hoͤllaͤndiſche Staͤdte ſiud mitOrganiſirung ihrer neuen Regierungenbeſchaftigt. Man ſpricht von der na—hen Zuſammenberufung einer Art vonNationalkouvention, welche die kuͤnfti—ge Staatsverfaſſung beſtimmen ſoll. ZuAmſterdam iſt der in Verhaft geweſenePenſionair Fiſcher zum Maire ernanntworden.— Das oͤerreichiſche Haupt-quartier iſt von Bocholt im Muͤnſteri—ſchen weiter nach Dorſten verlegt wor—den.— Die engliſche Armee ſoll imletzten Feldzug bis auf 11000. Manuworunter uoch 2000. Hannoveraner be—
grifſen ſind, zuſammeggeſchmelzen ſeyn.
Maynz, den 12. Feb.Alle Rheiniuſeln ſiud ſo uͤberſchwemmt,
daß man gar keine Batterien mehr dar-
auf ſiehet. Die darauf befindliche Trup-pen haben ſich noch bey Zeiten gerettet,und voͤrher die Kanonen mit Strickenund Ketten feſtgemacht. Heute Nach—mittag bemerkte man, daß die Fran—zoſen au einer Batterie bey Marien-born arbeiteten; durch einige Kanoneu—ſchuͤſſe wurden ſie davon vertrieben.—Die Franzoſen ſchießen ſtark in ihremLager; vielleicht ſprengen ſie Holz mitPulver.— Verfloſſene Nacht und denheutigen Tag durch iſt uun auch dasoberlaͤndiſche Eis gluͤcklich durchgegan-gen; 2. Schiffmuͤlen habeu jedoch ſtarkgelitten. Das Waſſer ſtieg dabey laug-ſam bis 5. Uhr Abends, wodurch dieuntere Straſſen unter Waſſer geſetztwurden. Inzwiſchen ſind wir doch jetzt
aus all weiterer Gefahr. Das benach—barte darmſtaͤdtiſche flache Land hathingegen durch einen Ausbruch des Maynsſehr gelitten, indem dieſes, ſo weit dasAug reicht, gaͤuzlich uͤberſchwemmt undmit Eis bedeckt iſt.— Noch weißman nicht ſicher, ob bey dem vorge—ſtrigen Eisbruche vor unſerer Stadt,Menſchen verungluͤckt ſind. Viele amUfer ſich befundenen Zuſchauer wollenjedoch mehrere der Eispaſſirenden zuGrund haben gehen ſehen.— Nach—dem die in Frankreich geweſenen deut-ſchen Geiſel in Freyheit geſetzt wordenſind, ſo geſchah dieſen Abend die wirk—liche Uebergabe der zu Roͤnigſtein bis—her aufbewahrten franzoͤſiſchen Anhaͤu—ger an den feindlichen Vorpoſten.—Geſtern und heute wurde wieder ver—ſchiedenemal auf die Feinde, welche ſichſtaͤrker ſehen lieſen, mit Kanonen ge—feuert.Wuͤrzburg , den 15. Febr.
Geſtern fruͤh um 2. Uhr ſtarb hierFrauz Ludwig Philipp Karl, Fuͤrſtbi—ſchoff von Bamberg und Wirzburg.Seine gelehrten Kenntniſſe, Seine Thaͤ—-tigkeit, und Seine vielfaͤltigen men—ſchenfreundliche Anſtalten, ſo wie SeinPatriotismus fuͤr deutſche Reichs- undKreisverfaſſung machen die Regierungdieſes angebetheten Fuͤrſten ſicherlichauch in kommenden Jahrhunderten un—vergeßlich.
Von der Weſer, den 8. Febr.
“Ein Courier aus Amſterdam bringtdie wichtige Rachricht, daß die Franzb-ſen ſich der ganzen hollaͤndiſchen Marineim Texl, Vlie und zu Helovetfluts, ver—ſichert haben. Der Capitain Hiſtory hatdieſe Revolution zu Helovetfluis bexeitet,wo er, nachdem er au Schiffevon 64 Kanonen und den aͤßrigen hollaͤn—diſchen Kriegsſchiffen die dreyfardige Flag-ge aufpflanzen laſſen, ſih aller engli—ſchen Schiffe und eides Englſſchen guf700000 Gulden geſchaͤtzten Magazins be-maͤchtigt und die fran ſchen Gefangenenin A geſetzt hat Außer den in denHaͤven befindlichen hellaͤndiſchen Kriegs-e rechnuet man, daß deren noch 28is 30 in See ſind. Mas dieſe thun, undzu welcher Varthey ſie ſich ſchlagen wer-
den, ſteht zu erſegrten. Indeſſen rechnet