Ausgabe 
(21.2.1795) 45
 
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gen kann, gar keine Gewiſſensbiſſe

mehr zu haben.Paris, den 8. Febr.

Die Nationalconvention iſt mehr alsjemals auf ihrer Hut, denn die Jakobiner gehen mit neuen Verſuchen um,ihre Lieblinge Barrere, Collot d'Herbois ꝛc. zu retten. In Bourdeaux,welche Stadt ſeit dem Aufang der Re⸗volution vieles gelitten, herrſcht Hun⸗gersnothweil die gefrorne Garoune dieZufuhr abgeſchnitten hat. Gegenſdiefrauzoͤſiſche Poſtaͤmter, die doch mieiſteus mit Jakobinern beſetzt ſind, lauffen von allen Seiten groſſe Klagen ein.

Man erdfnet die Briefe, uunterſchlaͤgt

ſie, und ſtiehlt die darinn beſindlichenAſſignats. In Belgien werden ge-genwaͤrtig die ruͤcktaͤndigen Contributionen durch Executien eingetrieben; inBruͤgge ſind 52. bemittelte Perſonenarretirt, und nach Lille geſchickt worden,wo ſie ſo lange bleiben ſollen, bis al-les bezahlt iſt. Die Breſterflotteſoll im Kanal durch Sturm viel gelit-ten haben; man wuͤnſcht, daß ſie baldwieder in dieſem Hafen aukommenmoͤchte.Genua , den 6. Feb

In Toulon iſt eine gewaltige See-und Landmacht zur Abfahrt und zurEroberung von Corſika hereit, oder wahr-ſcheinlich iſt ſie ſchon abgeſegelt. DieSeemacht beſteht aus 15. Linienſchif-fen, 16. Fregatten, und einigen hundert Transportſchiffen. Die engliſcheFlotte, welche zu Fiorenzo in Corſikaligt, hat kuͤrzlich durch ſtuͤrmiſche Witterung gelitten; an Linienſchiffen duͤrf-te ſie der franzoſiſchen emlich gleichſeyn, und es iſt ein fuͤrchterliches Seetreffen zu erwarten, wenn beyde Flotten, wie es nothwendig iſt, aufeinan⸗der ſtoſſen. Von dieſer Seeſchlacht wirdhernach das Schickſal von Corſika ab-hangen. Werden die Englaͤnder geſchla-gen, ſo hindert die Franmzoſen unichtsmehr, auf dieſer Inſel zu landen, woſie nech einen groſſen heimlichen Auhang haben. Kuͤrzlich hieß es, der Koͤnig von Neapel wolle ſeine nicht unbetraͤchtliche Seermacht zu den Englaͤndern

ſtoſſen laſſen, aber vielleicht hat es mit

derſelben die nemliche Bevpandnis, wie

mit den 16000. Mann Landtruppen,die nach der Lombardey marſchiren ollten. Wenigſtens hat man uoch uſchtgehoͤrt, daß die neapolitaniſche Staͤdreabgeſegelt ſey, um ſich mit der engli-ſchen, die ihrer wohl beduͤrftig waͤre,zu vereinigen. Jetzt erſt fehen dieEnglaͤnder recht deutlich ein, welch ei-nen groſſen Fehler ſie Anno 17932 3uToulon gemacht haben. Im Soptember ergab ſich ihnen dieſer hoͤchſtwich-tige Seehafen. Sie thaten, was ſieimmer konnten, um eine zahlreiche Be-

ſatzung in denſelben zu legen. Euglaͤuder, Spanier, Napolitaner, und Piemouteſer traſen hier zuſammen undgleichwohl wurde die Beſatzung nichtzahlreicher, als ungefaͤhr 2000. MannHaͤtte das ſuͤdliche Frankreich an demAufſtaud von Toulon gegen die Nationalkonveution Antheil genbmnen, ſowaͤre dieſe Beſatzung hinreichend geweſen, ſobald aber die Franzoſen Zeit gewannen/ 60,000. Maun in die Nach-barſchaft von Toulon zuſammen zu zie-hen, da haͤtte man den Gedanken, daseben uicht feſte Toulon gegen eine ſot-che uͤberlegene Macht zu behauptenaufgeben, und ſaͤmmtliche Schiffe Mgatzine, und Vorraͤthe noch zu rechterZeit hinwegfuͤhren, und die Einwohnerin Sicherheit bringen ſollen, anſtattdaß man am 17. Dec. nur in der Eileinen geringern Theil der Schiffe undMagatzine in Brand ſteckte; wobey aberimmer noch ſo viel uͤbrig blieb doßdie Franyzoſen nun wieder eine fo anſehliche Seemacht in nemlichen Hafenausruͤſten konntenSehreiben von der pohltiſchen Graͤnze,den 6. Feb,*

Der Koͤnig von Pohlen hat unterm 18Jan. folgendes Schreiben aus Grodno auden noch zu Warſchau beſindlichen engliſcher Geſandten, Herrn von Gardiner,erlaſſen:

Mein lieber Gardiner! 3*

Da meine Rolle und Ihre Rolle beymir ihrem Eude ſehr naht zu ſeyn ſchet-nen, und da ich nicht mehr hoffe, Siewieder zu ſehen, ſo iſt es mir wenigſteus