Ausgabe 
(6.1.1883) 2
 
Einzelbild herunterladen

16

befreite ihn noch rechtzeitig aus dem schrecklichen Gefängniß, in dem er solche Qualenausgestanden hatte, das; sein Haar darob gebleicht war. Wie alle Diejenigen, die ihnkannten, berichten, war Kardinal Donnet sehr heiterer Gemüthsart und immer zu einemScherze gegen seine Besucher, namentlich aber gegen seine Tischgenossen ausgelegt. Ermachte sich einen besonderen, unzählige Male wiederholten Spaß daraus, sie auf ihreWcinkenutnisse zu prüfen, indem er ihnenMedoc",Chateau Lafitte, "Chatean Margot"lLhateau Uguem" :c. vorsetzen ließ, sich an den Lobeserhebungen, die seinem Keller ge-spendet wurden, weidete und zuletzt in Helles Lachen ausbrach:Meine Herren, habenSie denn nicht bemerkt, daß Sie immer einen und denselben Wein getrunken?"

(Schwizer Dütsch.) Entlebucher Gesetzes Paragraph. Bi de gueten alte Junkor-ziten ist Herr Eduard Psysfer Statthalter gsy im Land Entlibus.h' Einist chunnd e Naths-herr vo Marbach zuen ein. Der Statthalter frägt e:Was sage die Entlibuecher zumneue Gsetz, wo mini gnädige Hcrrs und Obere usegä hei?" Nathsherr:Ja, dasneuGwtzida?" (Kratzt hinter den Ohren.) Statthalter: Wird'S G>ctz au ghalte?"

Nathsherr:Ja, ja, Herr Statthalter! das Gesetzt da ja, ja, 's wird ghalte."Statthalter:So, so, he nu es freut mi" Nathsherr:Ja ... Herr Statthalter!ja... 's sind nume Vier, wo 's halte." Statthalter:Sooo, nur Vier? unddie Vier sind?" Nathsherr:Ja, heit 's ume nid für uguet: Die vier Nägilihaltit 's, mit dene mer 'S a 's SprützehüSlitöri agnaglet hei."

(Uebung!) Der Engländer Currau war ein witziger Kopf. Als er einst hörte,daß ein geiziger und nicht gerade wegen Sauberkeit berühmter Advokat eiligst in Geschäftennach dem Continent abgereist war und nur ein Hemd und eine Zehnpfundnote mitge-nommen hatte, sagte er:Die wird er nun wohl beide vor seiner Heimkehr nicht wechseln!"

Und als ihm während seiner letzten Krankheit Jemand bemerkte,er huste heutschwerer als gestern," antwortete er:Kaum glaublich; ich habe es ja durch die ganzeNacht geübt!"

(Ein neuer Vorschlag.) Auf der internationalen Schiedsgerichts-und Friedens-konferenz in Brüssel hielt General Türr eine mit stürmischem Beifall aufgenommene Rede,'in welcher er u. A. sagte:Wenn Sie den ewigen Frieden wollen, so müssen Sie denallgemeinen dauernden Militärdienst proclamircn. Die Frauen werden dann ein Interessedaran haben, den Krieg zu verhindern und das wird helfen."

(Praktisch.)Wie kommt's denn, Meier, daß Sie seit einiger Zeit Kaffee trinkenwährend Ihre Frau Bier trinkt?"Ganz ei fach. Wenn ich Bier trinke, trinke ichmehr als ein Glas, und wenn meine Frau Kaffee trinkt, trinkt sie mehr als eine Tasse;damit wir aber bei den schlechten Zeiten nicht so viel ausgeben, trink' ich Kaffee und meineFrau trinkt Vier."

(Das schuldige Gefängniß.) Richter: Sie wurden eben erst vor drei TagenauS dein Gesängnisse entlassen und sind doch schon wieder im total betrunkenen Zustandsaufgefunden. - Angeklagter: Ja, das ist eben der Nachtheil der Gefängnisse, daß mandarin ganz verlernt, etwas zu vertragen. Da hat man gleich einen Rausch weg.

(Vgn der Ueberschwemmuug.) Baron :Wenn Sie mich lieben, Jda, sospende ich in Ihrem Namen diesen Diamant zum Besten der Ueberschwemmten."Wissen Sie, Herr Baron, da spenden Sie mir den Dicunantring und lieben Sie dieUeberschwemmten,"

Original-Räthsel.

(Vier A nfangsbu ch stabe n.)

* Mit 6 ist's kaum entbehrlichMit wohl sehr beschwerlichMit III sogar verehrlich,

Mit IV ojt recht gefährlich.

Für die Redaktion vercmtworiiich Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLiternriicliei' ^nklünts von lix. Max Hultler.