Ausgabe 
(10.1.1883) 3
 
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Luigi Valdini nach Deines Verlobten Leben,, ehe er Dich gesehen im Pavillon fandich die Zeilen seiner Hand, die ich achtlos voll mir warf, nachdem ich sie gelesen."

Heil der Madonna!" rief Alma,die uns alle so wunderbar beschützt. Sie wares, die mein Flehen erhört. Zu ihr erhoben sei der Dank unserer Herzen."

Nieder auf die Knie sanken die Vereinten, noch immer läutete die Glocke desKlosters, ein sanfter Hauch, wie ein Gruß der Ewigkeit, umspielte der AndächtigenStirne und ihnen war's, als blicke das verklärte Antlitz der Madonna lächelnd herniederzu ihnen segnend die Vertrauenden dem Reuigen verzeihend»

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Wenige Tage später weilte das Königspaar Neapels fern von Italien . Gaötawar gefallen, seine letzte Zuflucht. Mit Thränen entließ es seine Getreuen, vor allenRoberto Ariano, ihres Dienstes.

Auf einer freundlichen Besitzung, zurückgezogen vom lauten Treiben des Lebens,weilt der ehemalige Offizier an der geliebten Gattin Seite, die Armuth preist ihrenNamen und des Hauses Segen ist ihnen erblüht. Liebliche Kinder verschöllen den reinstenBund der Herzen. Sie sind der Stolz des Klosterbruders, der Kranken und ArmenHilfe spendend, unablässig das Land durchstreift, keine Ruhe kennend, keine Rast. Wil-helm Wöhlert, der einst so wüste Mann, er hat den Frieden gefunden.

Herr Valdini konnte den furchtbaren Schlag nicht überwinden, den seines SohnesVerrath ihm zugefügt, er siechte dahin und starb bald, dem jungen Ehepaare sein Ver-mögen hinterlassend, denn Luigi war ihm vorangegangen im Tode. Von der Regierungentlassen, trieb er sich in schlechter Gesellschaft umher, in einem Naufhandel büßte ersein Leben ein.

In Ehren hielten Roberto und Alma Herrn Valdinis Andenken; das ihnen zu-gefallene Erbe aber weihten sie frommen Zwecken, nur eines behielten sie, jenes schmuck-lose Bild, vor dem einst die zagende Braut in bangen Schmerzen und doch in hohemVertrauen auf der Ewigen Hilfe gekniet, das Bild der Madonna!

G o l d r ö r n e r.

Das haben die Weiber vor den Männern voraus, das; sie ohne Raisonnement haudelu. DieKlugheit, welche die Männer mühsam in ein System stellen, ist ihnen Instinkt, und deßhalb heißt esauch so zierlich: Die Weiber denken mit dem Herzen.

Laube.

Einer der schlimmsten Feinde des häuslichen Glücks ist Launenhaftigkeit. Eine Frau, die sichihren Launen überläßt, kann bei den besten Eigenschaften und vieler Liebenswürdigkeit sehr bald un-erträglich werden. Das Schlimmste ist, daß sie dem Menschen die Herrschaft über sich selbst nimmt.Und hat nicht oft ein schneidendes Wort, in launenhafter Stimmung gesprochen, mehr verderbt, alsmit allem guten Willen verbessert werden kann? Was man Laune nennt, ist immer nur die gähreudeSelbstmcht, und ihre Aeußerungen sind der Schaum und die Schlacken, welche die Währungauswirft. F r. Jakobs.

Wenn sich die Menschenbrust darf Gottes Tempel nennen,

Das Allerheiligste ist dann das Mutterherz.

Karl Richter.

Es ist gewiß: ohne Zorn ist keine Liebe. In der Fähigkeit des edlen Mannes, zu zürnenliegt ein herrlicher Beweis seiner göttlichen Natur, so wie man den Armen für unaussprechlich un-glücklich, ja, für verloren halten darf, der nicht mehr zürnen kann oder mag. Man darf von ihmsagen, daß er sein eigenes Schwert und Schild der Ehre zerbrochen und seine eigene Gruft ge-graben habe. Franz Horn .

Uns Alten ist's so eigen, wie es scheint,

Mit uns'rer Meinung über's Ziel zu gehen,

Als häufig bei dem jungen Bolk der MangelAn Vorsicht ist.

Shakespeare .