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2) Die große Orgel, welche im Jahre 1564 von FranziSkus Grünwald, Prälatvon Bernried , erbaut worden ist. Im Jahre 1835 wurde die Orgel durch den Orgel-bauer Max März aus München rsparirt. Im Jahre 188 0 wurde die Orgel durch i-enOrgelbauer Beer in Erling bei Andechs einer gründlichen Reparatur unterworfen, wofürdie hohe königliche Regierung von Oberbayern 2200 Mark genehmigte.
3) Ein altdeutscher Altar mit Schnitzwerk und zwei gemalten Flügeln, die ganzeVerwandschaft Christi darstellend.
4) Ein im gothischen Style gefertigtes Monument des im Jahre 1846 dayisrverstorbenen Herrn Andreas von Dali' Armi Gutsbesitzers von Bernried und Abgeordnetenzur bayerischen Ständevcrsammluug.
Die zweite Kirche in Bcrnried ist die ehemalige Hofmarktspfarrkirche. Der ProbstUlrich I. hat zu Ehren der seligsten Mutter Gottes Maria nicht weit von de Kloner-kirche eine andere von Grund aus aufgeführt, in welcher hinsüro die pfarrlichen Gotu-s-dienst-Verrichtungen selber gehalten werden sollten. Dieses Pfarrgotteshaus wurde unJahre 1382 von dem hochwürdigsten saloniensischen Herrn Bischöfe Albert aus dem Ordender mindern Brüder des heil. Franziskus als Suffragau Burkhards von Augsburg mEhren der Himmelfahrt Mariens eingeweiht. Bei der Säcularisation des Klosters wurosdie Hofmarkspfarrkirche zum Abbrüche bestimmt und aus Bit.e der hier artigen Gemrinoeum 575 fl. dieser zum Gebrauche überlassen, seit dieser Zeit trägt die Gemeinde an dieserKirche die Baulast, was der Gemeinde Bernried zur großen Ehre gereicht. An dieseKirche wurde im Jahre 1672 die Gruftkavelle angebaut und der in ihr befindliche Altarim Jahre 1734 den 20. Mai vom hochwürdigsten Herrn Jakob von Mayer, Bischöfe zuBergamo, als Augsburgischem Suffragau, geweiht.
In der Gruftkapelle befindet sich ein Bild der schmerzhaften Mutter Gottes. DiesesBild war früher in der Hofmarkspfarrkirche (d. i. Liebfrauenkirche) verehrt worden undzur Pestzeit besonders war der Andrang des Volkes so groß, daß man, um die Gefahrdes Erdrückens zu beseitigen, behufs Anbringung einer weiter» Thüre die Mauer durch-brechen mußte, bis 1672 eine neue Crypta erbaut wurde. Der Cult dieses Bildes sollstammen von einer Frau, welche am Bilde der schmerzhaften Mutter Gottes wenigerGefallen fand, so daß sie es von seinem Platze entfernt und durch ein anderes vonfeinerer Gestalt ersetzt wissen wollte. Diese Mißachtung und die darin liegende Belei-digung mißfiel der demüthige» Jungfrau, weßhalb sie der Verächtern: zarte Augen mitplötzlicher Blindheit umhüllte, so daß diese vom Altare, um den sie in Ehrerbietungherumgehen wollte, weg und nach Hause geführt werden »rußte. Ihre Augen schwollenüberdieß gewaltig auf und sie hatte gräßliche Schmerzen. Die Blinde erkannte ihreSchuld und es wurde -ihr die Hoffnung gemacht, sie würde von Derjenigen, die sie ge-straft, auch wieder geheilt werden« Sie that daher ein Gelübde und wurde bald wiedersehend, das Bild mißfiel ihr dann nicht mehr, sondern es gefiel ihr vielmehr auf wunder-bare Weise. Der marianische Schriftsteller erzählt auch von einem bedauernswerthenlahmen und coutracten Mädchen, das von Weilheim von ihren Eltern hergebracht wordenwar, daß es in der Kirche selbst keine Hilfe gefunden. Dagegen auf dem Heimwege vomPferde gefallen und durch den Fall selbst augenblicklich geheilt worden ist. Unter denVerehrern dieses heiligen Bildes sind zunächst zwei Herrn namhaft zu machen, nämlichder Prälat Johann Riedl aus Naisting, den Bsrnried als den zweiten Gründer verehrtund im Jahre 1675 den 10. März starb, und der Benefiziat und Ceremoniar zu St.Peter in München , Herr Johann Mayer, der am 8. August 1673 das Zeitliche gesegnethat. Diese zwei haben durch gegenseitiges Zusammenwirken die Gruftkapelle sammt demAltare, wo jetzt das gnadenreiche Bild sich befindet, errichtet.
Von den ehemaligen Klostergebäulichkeiten stehen noch:
1) Das Hauptgebäude, welches von dem Besitzer Excellenz Freiherr von Wend->land in ein prächtiges Schloß umgebaut worden ist.
2) Das Haus, in welchem- während der Zeit des Klosterbestandes der Klosterrichter