Ausgabe 
(13.1.1883) 4
 
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(Ein Wort für Töchter) Seiner 20jährigen Tochter widmet ein Vater nach-stehende Worte:Ich will heute mit dir von deiner Mutter sprechen. Vielleicht hastdu wahrgenommen, wie sorgenvoll sie aussieht. Du hast daran Schuld, aber Du solltestihr die Sorgen verscheuchen. Du mußt damit anfangen, daß du Morgens bei Zeitenausstehst, und das Frühstück bereitest; wenn dann die Mutter in die Küche kommt undüberrascht ist, dann küsse sie und sage ihr, daß es nur in Ordnung ist, wenn du ihrhilfst. Du hast keine Ahnung wie das sie freuen wird. Außerdem bist du ihr nocheinige Küsse schuldig. Vor vielen Jahren, als du noch ein kleines Mädchen ivarst, daküßte sie, wenn du in der Fieberhitze lagst, dein geschwollenes Gesichtchen, wenn Niemandanders es that. Damals sahst du nicht so hübsch aus wie jetzt. Und wenn du deine

kleinen schmutzigen Hände blutend oder zerquetscht vom Spielplatz nach Hause brachtest,

dann hat die Mutter dir den Schmerz davon hinweggeküßt. Und die Tausend- vonKüssen, mit denen sie dich, wenn du Nachts unruhig träumtest, beruhigt hat wenn

sie sich über dein Köpfchen beugte, um die bösen Träume zu verscheuchen sie haben

die langen Jahre hindurch Zinsen bringen sollen, die du abtragen mußt. Es ist wahr,sie sieht nicht so hübsch aus wie du, nicht so zum Küssen einladend, aber wenn du ihrdie letzten acht Jahre einen Theil der Arbeit abgenommen hättest, dann würde der Contrastwohl nicht groß sein. Ihr Gesicht hat jetzt viele Falten, wenn du aber einmal krankwürdest, dann würde ihr Gesicht, wenn sie Tag und Nacht an deinem Bette wacht, dirwie ein Engels-Antlitz erscheinen, und die Falten in dem lieben Gesicht wie ebenso vielehelle Sonnenstrahlen. Es wird ein Tag kommen, an dem sie dich verlassen wird. Wennihr die Sorgen der Haushaltung nicht abgenommen werden, wird sie bald von dir gehen.Dann werden diese von der Arbeit hart gewordenen Hände die so viel für dich thaten, überihrer Brust gefaltet sein, und das Herz, das so warn, für dich geschlagen, wird dann stillstehen! Die Lippen, die dir den erste» Kuß im Leben gegeben und die du viel zu seltenim Leben geküßt hast, werden für immer geschlossen und die müden matten Augen nurnoch in der andern Welt offen sein. Dann, Kind wirst du deine Mutter schätzenaber es wird zu spät sein!"

(Vereinfachung.) Landschullehrer:Also wieder vor der Schule gerauft, IhrNangen! Das will ich Euch doch einmal abgewöhnen. Zur Strafe thut Ihr Euch ein»ander sogleich fünf Minuten laug ordentlich beuteln!"

(Die neueste Rabatt form.) Ein Deutsch-Amerikaner, der seine Doktorrechnungbezahlen sollte, machte folgenden Vorschlag:Well, Doktor, da mein kleiner Jungesämmtliche Nachbarskinder mit den Masern angesteckt und Sie dieselben behandelt haben,so wäre es nicht mehr wie billig, wenn Sie zehn Prozent von Ihrer Forderung strichen."

(Bei der Jnspizirung.)Wissen Sie, Wer ich bin?"Der Herr Brigadier!"

Nun, an was erkennen Sie mich?"Ja, der Herr Korporal hat g'sagt: Wanna' General kommt, dem die Stauden bei di Ohrwasch'ln 'rauswachsen, das ist derBrigadier!"

(Aus der Kinderstube.) Mama:Ich muß Euch leider sagen, daß ich mitEuch sehr unzufrieden bin." Das Kleinste:Das ist schade, Mama wir sind'mitDir sehr zufrieden!"

(Kurze Antwort.) Reisender:Ich habe gehört, daß auf der Alpe hier derSonnenaufgang so prächtig zu sehen ist; ich möchte das Naturspie! genießen. Wanngeht die Sonne hier gewöhnlich auf?" Bauer:Meistens in der Fruah."

(Vorsicht.)Warum tragen Sie denn zwei Schirme bei sich, Herr Professor?"

Ja sehen Sie, weil ich so vergeßlich bin und immer einen stehen lasse."

Auslösung des Original-Räthsel in Nr. 2:Bette. Kette. Mette. Wette."

Für die Redaktion verantwortlich Mphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLitcrarischen Instituts von Dr. Max Huttler.