Ausgabe 
(24.1.1883) 7
 
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wünscht, dem seien die fünf Bände des großenOlympia-Werkes" (Verlag von E. Was»muth) empfohlen, welches von Adler und Curtius herausgegeben worden ist: sehr beleh-render Text und Tafeln in Lichtdruck , bez. Holzschnitt. Allein dies Werk ist sehr theuerund somit nicht Jeder»,an zugänglich; deshalb war es ein guter Gedanke, daß die unter-nehmende und rührige Verlagsbuchhandlung von Ernst W a s m u t h in Berlin einenAuszug des umfangreichen Werkes gebracht hat, der an Text und Abbildungen das Wesent-liche enthält. Auch das von E. Curtius und F. Adler herausgegebene chartographischeWerkO lympia und U m gebung" mit sehr schönen von Kaupert aufgenommenenKarten, kann zur Orientirung über die Bodenformation von Elis und die Lage der Altisdienen.

Alles in allem hat das deutsche Reich mit dieser seiner ersten größeren wissenschaft-lichen Unternehmung Ehre eingelegt und der Alterthums-Wissenschaft einen erheblichenDienst erwiesen. Dürfen wir an dieser Stelle einen Wunsch äußern, so ist es der, daß,sofern die Finanzen des Reichs es erlauben, bald einmal ähnliche Mittel der Erforschungder vaterländischen Kunst dienstbar gemacht werden. Daß hier noch Mancherlei in. Argenliegt, weiß jeder Kundige. L. l?.

Weisung.

Tief in die Berge flieh hineinMit aller Deiner Herzenspein,

Wenn Dn Dir keinen Freund gewannst,Bon dem Dn Trost empfangen kamist.

Dort, wo der Lärm der Stadt verhallt,Im wilden Bach, im dunklen Wald,

Aas Bergeshöh' im stillen ThalGenesung suche allzumal.

Der Frieden felt'nen Zauber übt,

Der weit und breit Dich dort umgibt,Er schleicht sich in das wunde HerzUnd lindert selbst den herbsten Schmerz.

Du stehst allein und bist's doch nicht,

Weil die Natur rings zu Dir sprichtIm Wasscrbransen, Windesweh'n,

Im Grünen, Blühen und Vergeh',,.

Dn findest, Dich zu fassen, ZeitTief drinnen in der Einsän,keit,

Und sammelst Deine ganze Krast

Znm Kamps mit Schmerz und Leidenschaft.

Und siegreich wirst Dn ihn besteh',.

Gefaßt zurück in's Leben geh'»,

Das neuen Reiz und Glanz gewinnt,

Wenn wir ihm lange serne sind.

Heinrich Frei mann.

M L s e e l l e,r.

(Die im Jahre 1882 errichteten Denkmäler) repräsentiren eine hübscheZahl. Ob die Zahl der Männer, welche einst würdig erachtet werden, in Stein oderErz nach ihrem Tode verewigt zu werden, in gleichem Verhältniß zugenommen hat, istschwer zu beantworten. Jedenfalls muß dein Jahre 1882 eine gewisse Manie im Er-richten von Mnkmälern zugeschrieben werden. Auch wird es nicht mehr als Regel betrachtet,daß verdienstvollen Männern er st nach ihrem Tode ein Monument errichtet wird, dennverschiedene genießen schon das Vorrecht, bereits bei Lebzeiten das eigene Denkmal anschauenzu dürfen. Im Nachfolgenden führen wir die im Jahre 1882 errichteten Denkmäler inalphabetischer Reihenfolge auf: 1. Alexander II. , Kaiser von Rußland, enthüllt inSofia, der Hauptstadt von Bulgarien , am 11. Juli; 2. Arnold von Brescia, inZürich (14. Aug.); 3. Franz von Assisi, in Assist (1. Oct.); 4. Robert Burns ,schottischer Dichter, in Dunsries (12. Mai); 5. Becquerel in Chavillon-du-Lond (12.Sept.); 6. Thomas Carlyle in London Chelsea (26. Oct.); 7. Carnot in Nolay(3. Sept.); 8. Pierre Fermant in Beaumont de Lomagne (12. Aug.); 9. Fröbelin Schweina (21. Juli); 10. Philippe de Girard , Erfinder der Flachsspinnmaschine,in Avignon (7. Mai); 11. v. Graefe, der bekannte Augenarzt, in Berlin (22. Mai);12. Gladstvne in London (9. Aug.); 13. Hache in Oran (25. Juni); 14. Karlv. Holtet in Breslau (im Januar); 15. Kaiser Joseph II. in Neustadt (27. Aug.),rn Saaz (7. Oct.) und in Mukhow-Hiobschitz (8. Oct.); 16. Corn van Kiel , belgischerDichter und Historiker, in Dussel (8. Mai); 17. Lakanal, Unterrichtsreformer der ersten