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Nr« 10» Samstag, 3. Februar 1833»
Jörg von W-ridbür.
Eine Erzählung aus dem fünfzehnten Jahrhundert von F. S ch eIIk(Fortsetzung.)
Während des eifrigen, aber ernsten Gespräches in der Laube unterhielten sich dreiandere Personen in der Jägerstube.
Martha saß bei ihrer betagten Mutter niit Flickarbeiten für den Jäger Kunobeschäftigt.
Die Wittwe wußte nicht genug Worte des Lobes über den Jägerburschen, der auchwie ein Sohn für sie sorge.
»Ja", sagte sie, „ich muß schon bei der gnädigen Frau Agatha bitten, daß Kunodie Stelle Deines seligen Vaters erhält. Er verdient sie für seine unermüdliche Thätig-keit. Erst vor wenigen Tagen sagte mir der Holzmeister Toni, daß Kuno ebenso eifrigim Walde sei, wie der selige Kurt und ein Jäger ist er, ein Schütze, daß man weitgehen darf, bis man wieder einen solchen findet!" —
Dann setzte sie leise hinzu: „Das wäre ein Mann für Dich, Martha!"
Diese erhob sich bei den letzten Worten der Mutter, ergriff deren Hände und sagte:
„Verzeihe, liebe Mutter, daß ich Dir bis heute verschwiegen habe, wie lieb mirKuno ist und daß auch er mir recht gut ist, ja — daß wir uns gegenseitig Liebe undTreue versprochen haben, als wir am letzten Sonntag Nachmittag, während Du bei denedlen Frauen in der Laube weiltest, im Wäldchen Schwämme suchten. —
Damals gestand mir Kuno, daß er längst schon eine Zuneigung zu mir fühle undnichts sehnlicher wünsche, als daß ich einst, wenn er eine feste Stelle habe, seine Haus-frau würde, wie er Dich, liebe Mutter, zu seiner Schwiegermutter haben und wie ein^ Sohn pflegen möchte."
^ »Der gute Junge!" sagte die Mutter. „Ja, ich glaube selbst» baß ich mir keinen
^ besseren Schwiegersohn wählen könnte, als den braven Kuno! — — dann fuhr sie fort:
„Nun, Martha, was hast Du dem Jäger geantwortet?"
Diese erwiderte erröthend: „Mutter, ich habe ihm in die Augen geschaut, wie erso vertraut mit mir sprach und da war mir's, als ob seine Worte aus der Seele kämen.Da besann ich mich nicht lange, sondern erwiderte den ersten innigen Kuß des liebenJägers mit einem ebenso innigen."
In diesem Augenblicke vernahm man im Hausflur Männertritte, gleich darauf wurdedie Stube geöffnet und Kuno erschien auf der Schwelle.
Martha eilte ihm entgegen und rief:
„Kuno, die Mutter weiß von unserer Liebs und williget in unsere einstige Ver-bindung ein!"
Frohen Blickes eilte der Jäger zur alten Frau, faßte ihre beiden Hände und rief:
„Wie dank ich Dir, gute Mutter! Du sollst an mir einen braven, sorgsamen