Ausgabe 
(7.2.1883) 11
 
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* (Eine Prophezeihung.) Im Bisthum Trier ist auf einer in der Kirche unterder Orgelbühne angebrachten alten Stein-Tafel folgende Prophezeihung zu lesen:(Pmucko Nnrouo pusolla, 6ubit.

Dt ^i.toniuo pon!66o tsm aolobradit,

Dt llollunnos Olir'otmn ackorubit,

Dotus muuckus vuealuinabit."

Das heißt:Wenn St. Markus (25/ April) das Osterlamin reicht, St. Antonius(,3. Juni) Pfingsten feiert, und St. Johannes (24. Juni) am Fronleichnamstage.Christum im heiligen Sakrament anbetet, dann wird die ganze Welt Wehe schreien."Nosiradamus hat diese Prophezeihung in seine6ancuvi«?8" in französischer Nebsrsetzungaufgenommen:

(juanck OecwMZ Oisn oruait'sra,

(Zuo Naro Is rossusoitora,

Dt czuo stean lo pootera,

I-a iin <1u mmuko arrivora."

Diese 3 Zeitangaben sind für das Jahr 1886 zutreffend. Wer also dieses Jahr erlebt,wird als Zeuge für oder gegen die Wahrsagung auftreten können.

(Wie hoch werden in Brasilien die Menschen geschätzt?) Ein Editaläas llui '2 6a iCroveitoria in Vakcnea gibt darüber genügende Auskunft. Derselbebietet 11 Sklaven zum Verkauf aus, und zur besseren Orientiruug der Reflektanten istauch gleich der Preis, zu welchem dieWaare" abgeschätzt ist, beigefügt: Manoel 78 Jahre,5 Doll.; Luiz, 8 Jahre, 5 Dost.; Carolina, 69 Jahre, 5 Dost.; Hilario 5 Dost.;Gregoria 5 Dost.; Christine, 78 I., 5 Dost.; Maria, 17 I., 5 Dost.; Joao, 88 I.,5 Dost.; Susann«, 67 I., 5 Dost.; Felicidade, 75 I., 5 Dost.; Jsabella 75 I., 5 Doll.Alle 11 zusammen also 55 Dost. Das in Nio erscheinende BlattH. Isalsta U/nv»"fügt dem Vorstehenden folgende Notiz bei: Vor Kurzem fand in London eine Hunde-Ausstestung statt, wo 252 Stück der edelsten Nm.en zu sehen waren. Einer derselbenwar auf 10,000 Guinöcn oder ca. 94,500 Doll. geschätzt. Wenn in London ein Hund94,500 Doll. werth ist, so ist das im Vergleich zu obiger Sklaven-Abschätzung der gleicheWerth, den 18,900 Personen in Brasilien haben. Ländlich, sittlich!

(Schicksal.) In Würzburg lebt ein Kellner, der vielleicht ist er der einzigeMensch auf Erden, der diesen Namen führt Schicksal heißt. Die Gäste rufen ihndes Spaßes halber stets bei seinem Namen. Nichts Komischeres, als wenn man an derTakle d'hote rufen hört: Schicksal, einen Zahnstocher! Schicksal, ein Stück Rindfleisch,Schicksal noch ein bischen Sauce! rc rc. Als dieser Kellner neulich einer jungen Dameeine Mehlspeis-Sauce auf's Kleid goß, sagte ein neben ihr sitzender Schriftsteller:Dasist nicht deS Kellners Schuld, das ist des Schicksals-Tücke!"

(Probates Mittel.) Die Kaiserin von Oesterreich war vor zwanzig Jahrenschwer krank und von Aerzten beihnahe aufgegeben; da kam ein alter bayerischer Arzt(Name?), ein Freund ihres herzoglichen Elternhauses, und ricth der hohen Frau, alleArzneien zum Fenster hinauszuwerfen, sich viel in freier Luft aufzuhalten, zu reiten updzu gehen. Seither befolgt die Kaiserin diese Lebensweise, die ihre Gesundheit erhält.

(Die NothWahrheit.) Student A.:Ich glaube, unser Freund Hugo kannüberhaupt nicht die Wahrheit sagen; ich erstaune oft, wie er die einfachsten Dingemindestens in ein falsches Licht rückt. Wer glaubt ihm wohl noch?" Student B.rSein Vater, wenn Hugo ihm Schulden beichtet." Student A.:Das ist aber nureine Ncthwahrheit."

(Abgeführt.) Unmittelbar am Dom zu Köln steht ei» spleeniger Engländer, dersich in den Straßen nichtauskennt", und fragt einen Eckensteher:Könn' Sie mirnich steigen, wo der Kölner Dom ?" Eckensteher: Här ick ben selver voll!"

Für die Redaktion verantwortlich Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLitcrarischcn Instituts von Dr. Max Huttler.