dieses Jahres als traurige „Osterhasen " sür immer hier aufbewahrt werde». Nicht zu übersehen istdie Sammlung versckiedeuer Porzellan- und anderer Krüge und Gesäße, unter welchen ein Maiolcka-Krug mit Bild der Auferstehung Christi den ersten Platz einnehmen dürste. Endlich erwähnen wireine» Prachtschrank von, Ende des 15. Jahrhunderts; einen Tisch mit !> eingelegten, ausgewgtenPhantasiebildern aus dem gleichen Jahrhundert, sowie ein- sehr schöne Zunstlade, gemacht i,n JahreIvo l Bevor wir die alte Buudesstube verlassen, sagt uns eine ganz aus Eisen gemachte, im Jahre1M8 verfertigte Uhr, die heute noch gut geht, daß alte Uhren ohne Garantie mitunter besserfind und genauer gehe», als neue mit Garantie, selbstverständlich, ohne irgend einem Uhren«macher neuer und neuester Zeit dadurch näher treten zu wollen. Wir verlasse» das alte Haus derJnstitia und erwähnen noch das neue Haus der Schranne, welche der zweite Stolz der NördUngerist, da diese in Berbindnng mit der alten Schranne den Bewohnern der Stadt am meisten „trägt".DaS neue Gebäude ist großartig, und während unten die Bauern und Herren auswendig oder mitHilfe von Fanllenzern ihre Zahlen hin- und Herwerfen, wird in den oberen geräumigen Schullokalenden Sprößlingen das Einmal Eins beigebracht, damit sie recht praktisch heranwachsen zur Ehre ihrerVaterstadt. In dieser Halle wurde Anfangs August v. Js. das bayrisch-schwäbische Sängerfest abgehalten.
Wir sind, srenndliche Leser! mit unsern Wanderungen durch das alte und neue Nördlingen zuEnde. Da wir aber nicht blaß Alterthümler, sondern auch Menschen und zudem Deutsche sind, alswelche wir von Zeit zu Zeit Durst und Hunger haben, so wollen wir bei Korhanuner u. Co. einen„Durcheinander" kosen, uns mit demselben zum „Stadtgretle" oder zur „Lammlijett", oder zum „Sixen"begeben, wenn Du nicht gar Dich „ankern" willst lassen, um dort das köstliche Naß zu verkosten, undmit guten alten deutschen Nördlingern einen Tarrock zu machen und selbstverständlich soeunckum oräiusmmit dem Einsender zu verlieren. Nachdem wir uns auf diese Weise erholt, sagen wir der Metropoledes Rieses ein herzliches Valv! mit dem Wunsche sür die Zukunst: bllorsat!
Der Eiche,»Kran;.
Es steht auf stiller HöheEin großes Kreuz von Stein,Dran bängt der Lcidenskönig,
Ein Bild von Schmerz und Pein.'
Ein Eichbaum hat darüberGewölbt ein Dach voll Pracht.Dem Bilde wie dem BeterEin Schirm bei Tag und Nacht.
Wetteifernd um die Ehre,
Dem .Heiland Schuß zu lcih'n,Verschlingen sich die Acste,
Die Zweige groß und klein.
Ein Zweig nur hat sich sinnigBesonderen Wuchs erlaubt,
Hat sich ans Kreuz gcschmiegetUnd um das blut'ge Haupt.
Es sproßt hervor im FrühlingAn ihm stets Blatt an BlattZum frische», grünen KranzeDem Haupte bleich und matt.
Nie hatte solche Ehre,
Wie dieser Zweig, ein Kranz,Und lag er auch auf HäupternUmstrahlt von Fürstcnglanz.
Er welket nicht und schmücketVon Neuem stets den Held,Der ganz sich hat geopfertZum Heil der armen Welt.
Miseellen.
(Der Vater —was möglich war, das that er.) Man schreibt der „Presse"aus Paris : „Vater- und Künstlerpflichten an ein und demselben Abend zu erfüllen —das hat dieser Tage hier der Komiker Daubray von, Palais Royal, einer der populärsten,Pariser Schauspieler, zu Wege gebracht. Mit freudeleuchtendem und weingeröthetemAntlitz erschien Daubray im Frack und weißer Kravatte in der Garderobe. Da seineSchweigsamkeit bekannt, so fragte man ihn nicht nach der Ursache dieses feierlichen Kostümes.Bald jedoch bemerkte der Jnspicient mit Schrecken, daß Daubray, sobald seine Szeneauf der Bühne zu Ende war, spurlos vom Theater verschwand und jedesmal erst imletzten Augenblick, wo sein Wiedererscheinen auf den Brettern nöthig war, in den Coulissenauftauchte. In den Zwischenakten wurden diese Absentirungen des genialen Komikerslänger und dehnten sich schließlich dermaßen aus, daß vor dem letzten Äkte das Publikummrt den Füßen zu scharren begann. Jedesmal aber wenn Daubray wiederkehrte, war.sein Gesicht um eine Nuance röther, sein von Natur watschelnder Gang schwankenderund in den letzten Szene» lallte er nur noch. Nach der Vorstellung bugsirten seine