Ausgabe 
(31.3.1883) 26
 
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geschlagen ebenso vergebens. Die Zeit der Reife des Projekts war immer noch nichtda, bis sie endlich kam, den Spruch erfüllend:Was lange währt, wird gut!"

So wurde denn inzwischen weiter fortgeflickt, und das Unbequeme mit Heldenmuthertragen; es kam z. B. unter Anderem vor, daß in den, strengen Winter 182829das Theater vom 12. bis 15. Februar wegen Unheizbarkeit geschlossen werden mußte,und daß um Weihnachten 1831 eS so kalt in dem »»heizbaren Theater war, daß die be-rühmte Sophie Schröder sich genöthigt sah, ihr Gastspiel abzubrechen, nachdem siedieMedea" im Pelzkragen gespielt hatte! Außerdem gab'es gewisse gefährliche Stellenauf der Bühne, zu welchen Schnee und Regen freien Zutritt hatten. Freilich brachtedann das Jahr 1841 nicht nur einen neuen Giebeldachstuhl gegen das Einschneien, son-dern es brachte auch eine Heizvorrichtung, einen schönen Oellampen-Lüstre (Gasbeleuch-tung begann ja erst 1849 und wurde in den fünfziger Jahren nach und nach fortge-setzt) und allerlei andere bauliche Verbesserungen, welche in Summa fast 5000 Fl. kosteten;dafür aber bestand auch seitdem, bis von 1848 ab die Stadt in eigener Regie die Be-heizung besorgte, für den Direktor die contraktliche Verpflichtung, die Wärme im Zu-schauerraum nicht unter 6 Grad zu halten. Als Curiosum aus dem Jahre 1844 magzur Illustration jener einstigen Zustände eine Zettelnotiz dienen, welche damals als be-sonderes Zugmittel angewendet wurde:

Das Theater wird gut geheizt!"

Ein historischer Rückblick auf all' die vielfachen größeren und kleineren Reparaturenund Bauflickereien des alten Augsburger Theaters, von jener unterthänigen Petitioneines Direktors zu Anfang der zwanziger Jahre an, welcher um neue Polstcrüberzüge derLogen-Brüstungen bat, da die alten längst in einem traurig-zerrissenen Zustande seien,bis zum endlichen Bau des neuen Stadttheaters, der zu Anfang der siebziger Jahrewieder lebhaft und zwar mit 500,000 Fl. geplant ward, würde zu umfassendwerden, ebenso, wie es zu weit führen würde, hier das Nähere untersuchen zu wollen,woher der von jeher über dem Theater Augsburgs schwebende Unstern wohl stammt.Jedenfalls hat jene Stimme doch nicht Recht behalten, welche einst mit der Behauptungsich dort erhob:es sei das Theater nur ein nothwendiges Uebel!" Denn wenn eineStadt so viel Kunstsinn und Würdigung besitzt, daß sie im Stande ist, ein solches Stadt-theater herzustellen, wie das seit 1878 bestehende, neue Stadttheater von Augsburg , dasendlich wie ein Vogel Phönix nach ca. 100 Jahren aus der Asche des alten sich erhob,so ist kaum anzunehmen, oaß die Bewohner dieser Stadt das Theater fürnur ein noth-wendiges Uebel" halten!

Möge ein freundlicher Stern dem schönen Hause fortan leuchten als neuer Bei-trag zur Geschichte des Augsburger Theaters!

Wenn ich zwei Menschen glücklich seh

Wenn ich zwei Menschen glücklich seh'In einander die Hände legen,

So fühl' ich altes SehnsnchtswehSich tief im Herzen mir regen.

So tönt in mir ein KlageliedUm den Frühling, welcher entschwunden,Um Hoffnungsblumen, die abgeblüht,Um schöne, selige Stunden;

Es tönt durch's Herz mir wehmuthsvollMit dem frommen Wunsch für die Beiden,

^l.lr ucul i».viillttc«i ^Tnuls^ jttt. vir oewcll,

Daß ihnen der Frühling der Liebe sollSo bald wie mir nicht scheiden.

Heinrich Freimann.

Original-Räthsel.

* Vers bin ich zur Halste, zur Hälfte nur Tand;

Erräthst Du das Ganze, so hast Du Verstand.'

Für die Redaktion verantwortlich Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von Dr. Max Hnttler.