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(Redaktionelle Menagerie.) „Sie, Herr Wolf, welcher Esel hat denn stattdem auf Urlaub befindlichen Fuchs den zweiten Leitartikel geschrieben?" — EntschuldigenSie Herr Hirsch, weil der Hahn nicht da war, hat der Bär geschrieben." — „SagenSie dem Bär, daß er «in Ochs ist."
(Der rücksichtsvolle Hund.) „Sie, hören's, Ihr Hund heult ja die ganzeNacht hindurch!" — „Geltsn's ja, das gute Thier! Wenn er den ganzen Tag so heulenthät, könnten die Leut' gar nichts arbeiten!"
F1! ühlirigs - Stimirren.
IrühUrigoUed.
Nach Heine.
Leise zieht durch mein GemüthWonnig Lenzeshoffcn,
Kling' hinaus, du Frühlingslied,
Such' nach warmen Stoffen!
Wo du einen Wirth erschaut,
Welcher hat zum FrommenSeiner Gäste Grogk gebraut,
Sag', ich werde kommen!
Job des Urühlings.
Nach Uhland.
Schneegestöber aus Nordost,Windesbrausen, Hagetschlag,
Zehn Grad Kälte, Eis und Frost!Wenn ich solche Worte singe,
Braucht es dann noch großer Dings,Dich zu preisen, Frühlingstag!
Getäuschtes D offen.
Die Frühlingslnste sind erwacht,
Es kam der Lenz leis über NachtAuf woll'nen Wlnterjocken;
Nicht hat er, wie zu andrer Zeit,
Mit Blüthen sich den Weg bestreut,
Ach nein! mit jchnee'gen Flocken.
Es stürmt und friert an jedem Tag,Was erst der Sommer bringen mag,
O weh! wer sieht dahinter?
Die Köhleurechnung schwillt und schwillt,Aus tiefster Brust der Seufzer quillt:Ach! wär' es doch erst — Winter!
Das erste Detlcherr.
An einem sonn'gen WieienhangWußt ich bei alten LindenI» jedem März beim LenzanfangVeilchen genug zu finden.
Doch als ich diesmal suchend kam,Versank ich fast im Eise,
Und über mir rauscht' wundersamDie Linde diese Weise:
Was will der Fant? Der blöde ThorSucht Veilchen hier am Hügel?
Ihr Winde, klatscht ihm um das Ohr,Peckscht ihn, ihr Stnrmesflügel!
Und sieh! fort war mein Hut geweht,
's war einer von den besten —
Wohin die Weltgeschichte geht,
Entflog auch er: gen Westen.
Da riß ich aus, dem Hanfe zu.
Ersaßt von jähem Schrecken,
Doch einen Gummi-Ueberschuh,
Den ließ im Schnee ich stecken.
Wanderlust.
Nach Geibel.
Der Lenz ist gekommen, die^Schlitten heraus,Wie läuten sie lustig in's L-chneeseld hinaus!Wie tanzen die Flocken und wirbeln so wild,Wie schimmern frostbläulich die Nasen so mild!
Frisch aus drum, hinaus auf die blinkende Bahn,Am Wege der Schneemann glotzt freundlich mich
au,
Und hoch in den Lüften begleitet den ZugDer Raben Geschrei und ihr kreisender Flug.
Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott Euch behüt',Ich fahre gen Lappland, wo die Sonne noch
glüht,
Wo der Frühling noch leuchtet aus saftigem Moos,Beim Rennthier, ich ahn' es, da ist noch was los,
Und Abends im Stüdllein verklammt kehr' ich ein,Wie weit noch, Herr Wirth, mag's bis Hammer-
fest sein?
Ich suche den Frühling, möcht' einmal noch seh'nDen Reanmur über dem Nullpunkte steh'n.
Im Süd ist er nimmer, wo soll er denn sein?Bei den Robben am Rordcap, da schlief er wohl ein!Greif aus drum, mein Rößlein, und fliege die Bahn,Wie Thanwind schon weht es aus Norden heran.
O Wandern, o Wandern, du freie Bnrschenlust,Im lenzlichen Rauhfrost, wie hebt sich die Brust!Wenn Rum und heiß Wasser die Kehlen frisch halt,Wie klingt da und jauchzet der Sang durch die
Welt! mn.)