Ausgabe 
(7.4.1883) 28
 
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durch Vermittlung des Rathes an H.rzog Ruprecht von der Pfalz wegen einer Beschädigung, die ihmbei Speyer zugefügt worden war. In diesem Briese heißt es: wie daß er (Jakob Strauß) jetznndnächst als uni sein Nothdurst und Gewerbe Vercher (Schweine) durch Euer Land, Herrschaft und Ge-biet getrieben habe; und als er damit bis für Speyer kommen sei, da haben etlich Reisige ihmseine Vercher genommen, bei vierthalbhundert und zwei und zwanzigcn "

Was Bayern außerdem noch bieten konnte, waren hauptsächlich Victualien: Schmalz, Käse, Obstund dergl. Auch des Glasversandtes von Passau her wird Erwähnung gethan: Im Jahre 1448schrieb der Rath an die von Passau : der Augsburger Bürger 17. hat ctnneviel Spiegelglas und sunstander Glas von einem Passauer Bürger 17. in Passau gekauft und denselben angewiesen, ihm dasnach Augsburg zu senden, was auch geschah. Als aber das Glas durch die Geschwornen geschautwurde, erfand sich,daß es nit Kaufmannsgut sei", und der Rath verlangte daher, man solle denPassauer anhalten, ein richtiges Kaufmannsglas zu senden. Ebenso vernimmt man, was einiger-maßen in Erstaunen setzt, daß die durch ihren Gewaudhandel so berühmte Reichsstadt von ganz un-scheinbaren bayrischen Orten fertige Tücher bezog: so wurde 1374 auf ein Tuch von Rain ein Unigeldvon VO Psg. gelegt, und in einem Dekret von 1452 über Schau-Ordnung ist die Rede von Barchent-Tüchern von Ulm, Nördlingen ic. und von Lauingen , die so gut o der b esser sind,als die in Augsburg gefertigten. Was endlich den Kornhaudel betrifft, so beruhte derselbe zwischenAugsburg und Bayern auf Gegenseitigkeit, indem der Vorstand hin- und herüber schwankte, je nach-dem die Ernten im Westen oder im Osten der Reichsstadt reichlicher ausgefallen waren.

Soviel über den Umfang der augsburgisch-bayrischen Handelsbeziehungen.

(Schluß folgt.)

Zur Ostrrfreudv

hier und dort!

Er lebt, drum muß ich leben,Wo Er ist, soll ich sein,

Dort leuchten wohl die WundenDie Bosheit Ihm hier schlug,Als Er in dunklen StundenDer Welten Sünde trug!

Dort wird die Rose blühenWie hier ihr Dorn Ihn stach;Und Liebe heilig glühen,

i- »st, stttt sklll,

Und froh mein Haupt erheben

Mm Esters onnenscyein:

Denn wo Er hingegangenDa nimmt Er mich auch mit,

Daß ich dort mög' empfangenWas Er mir hier erstritt!

Er starb, daß ich nicht stürbe,

Die Ihm das Herz hier brach!

O Jesu Fürst, des Lebens,O Herr, voll Gottesmacht,

Er trug, was ich verdient!

Er litt, daß Er erwürbeWas ewig mich versöhnt!Nun hat Er hier vollendetDazu Ihn Gott gesandt.Und Ostcrgaben spendet

Du riefst hier nicht vergebensAm Kreuz:Es ist vollbracht!"

Denn mit der OstersonueSollst Du ja aufersteh'n,

Und zu der Osterwonne'Mit all den Deinen geh'n!

Uns die durchbohrte Hand!

O zähl' uns zu den Deinen,Gieb uns solch' selig' Theil!Und wenn wir hier noch weinenSo sei's zu ew'gem Heil!

Laß uns mit MagdalenenZu Deinem Grabe geh'n,

Und nach den BußethränenAuch Ostersreude seh'n! Amen.

Zu Deinem Grabe geh'n,

Miseell-ir.

(Der Feinhörige.) Dame (schmachtend):Bringen Sie mir drei Eier!" (Kellnerbringt sie.) Dame:Sie haben mir richtig drei weiche gebracht, ohne zu fragen, obich sie harr oder weich wünschte!" Kellner:Gnädige Frau ertheilten Ihren Befehlmit so weicher Stimme, daß ich an harte gar nicht dachte!"

(Bedingungsweise Benutzung.)Aber Kinder, was lauft Ihr denn beidem schönen Wetter mit dem Regenschirm umher?"Ja, wenn's regn't krieg'n mer'nnie, dann nimmt'» de Mutter selber."

Für die Redaktion verantwortlich Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von Dr. Max Huttle»,