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das ist e!» Wunsch, den ich am Schlüsse noch nuszusprechcn wage — wenn nun auch, selbst blos mitHilfe der inhaltsreichen Briesbücher, ihre Thätigkeit in den schwäbischeil nnd srünkischen Nachbarländern,und ihre Beziehungen zu Frankfurt, Nürnberg, Ulm, Venedig und Wien besondere und eingehendeDarstellung erfahren würden, so erhielte man ohne Zweifel ei» Bild, das uns deutlich erkennen liehe,wie sehr der Augsburger Kansmannsstand im snnszehnteu Jahrhundert der wunderbaren Blüthe schonnahegerückt war, welche er im sechzehnten behaupten sollte.
Htminclsschau im Monat April.
—Merkur H tritt am 16. in obere Sonnenconjunktion, befindet sich demnachin Erdferne (30 Millionen Meilen) und geht zuletzt 8 Uhr 42 Minuten Abends inNW. unter.
Venus ? ist in der Morgendämmerung tief am östlichen Himmel im Wassermannsichtbar. Sie steigt immer höher und fällt ihr Tagesbogen am 30. mit dem Aeguatorzusammen. Ihre Scheibe ist zu drei Viertel erleuchtet wie der Mond zwischen Vollmondund letztem Viertel, nimmt jedoch an Glanz ab. Am 4. steht sie 5>/>, südlich vom Mond.
Mars F kommt gegen 4 Uhr 30 Mi». früh über den Horizont, durchläuft am25. den Aeguator und wendet sich dann nach N. Am 5. steht er 6'" südlich vom Mond.
Jupiter 2P im Stier erreicht zwischen 5 Uhr und 4 Uhr Nachm. seine größteTageshöhe und geht nach Mitternacht in NW. unter. Am 12. steht er 3>// nördlichvom Mond.
Von seinen Trabanten werden sichtbar verfinstert; der erste am 7., 15., 22.; derzweite am 8.: der dritte am 1.; der vierte am 4. und 5.
Saturn H im Stier geht unter zwischen 10 Uhr und 9 Uhr Abends. Am 9,steht er 1? südlich vom Mond.
MLseellsn.
(Eine fürstliche Dichterin.) Wie die Madrider „Epoca" schreibt, besitzt dieInfantil, Maria de la Paz , die Tochter der Königin Jsabella und Schwesterdes Königs Alfonso XII. von Spanien, welche demnächst an der Hand des Prinzen Lud-wig Ferdinand von Bayern ihren feierlichen Einzug in München halten wird, ein hervor-ragendes dichterisches Talent, wovon das nachfolgende Sonett (übersetzt von der M.„Allg. Ztg.") Zeugniß liefert:
An meine Mutter.
Lieb' Mntlerherz! Mein ganzes ErdenlebenWird überstrahlt von diesem trauten Klänge,
Wie Gottes Hauch sühl' ich mit süßem DrängeDies eine Wort mir durch die Seele beben.
Nach Ruhm und Ehren mögen Andre streben
Und sich verzehren in der Selbstsucht Zwange, .
Was, liebste Mutter, ich sür Dich verlange,
Ist Glück, — mehr Glück, als Glanz vermag zu geben.
Noch keiner ist so viel, wie mir, geschehen
Von eines Mutterherzens Lieb' und Güte:
Du wünschtest Eins nur — glücklich mich zu sehen.
Vereint mit Dir im innersten Gemüthe
Kann ich voll Inbrunst nur zum Himmel flehen,
Daß Gott der Herr Dein theures Haupt behüte.
Uns cko Kordon.
Ob Berlin hinsichtlich des Bier-Consums wirklich München weit nachsteht?In der Bockbrauerei auf dem Tempelhofer Berg allein wurden getrunken am erstenOsterfeiertage rund 29,100 Seidel, am zweiten 30,600 und am dritten 22,000, inSumma also nicht weniger als 81,700 Seidel.
(Zu welchen Gerichten gehören die Kartoffeln?) wurde ineinem Examen gefragt, und prompt geantwortet: Zu den Land- und Stadtgerichten!
Für die Redaktion verantwortlich Alphons Planer in Augsburg . — Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von Dr. Max Huttler.