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Miseelleir.
(Prinzessin Ludwig von Bayern ). Die „Epoca" veröffentlicht aber-mals ei» Gedicht der jungst vermählten Infantil! Donna Paz de Borbon, welches der am5. d. Mts. in Madrid unter Anwesenheit des kgl. Hofes vollzogenen Grundsteinlegungeiner neuen Kirche seine Entstehung verdankt. Die „Allg. Ztg." stellt den spanischenWortlaut und eine sich in Form und Inhalt möglichst treu an das Original anschließendeUebersetzung neben einander, wobei sie meint, daß die Schlichtheit und rührende Innig-keit des Gefühlsausdrucks, welche aus den kunstvollen Seguidillen der erlauchten Ver-fasserin sprechen, auch nicht entfernt erreicht seien. Das Gedicht ist der Schutzheiligender Kirche, der Virgen de la Almudena, gewidmet und lautet:
jOd Vwgon oaorosantal>6 tu -rlmuckona!
Rozc voiiZo amo tu plsutaÖvtt uns. pena.
Vicgsn ütuiia,
Oonsuota, eowo siemprs,
Dl alma mia. *
Rux ssres ev el wuucko,Leres gngriäos,tzuo anbelo ver alegrss,Ikuuca aüigickos . . .
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La ckö iiuoör to guö guiorooDu 8>jo guericko.
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Oraeias ckarö 4 tu imägsaOs Is ^twuckens.
Voll Huld und Gnaden,
Sied mich zu Deinen FüßenMit Gram beladen!
In keiner SchickungSucht' ich bei Dir vergebensTrost und Erqnicknng!
Es lebt manch theures WesenMir auf der Erde,
Das gern ich glücklich sähe,
Frei von Beschwerde . . .
Vor Deinem BildeVon Almudena fleh' ich:
Füg' es, Du Milde!
Gott sah am ersten TageSchon diese Wesen,
Vielleicht zu schwerer DrangsalVon ihm erleien.
Sag' ihm: nnt FreudenTausch' ich das Glück des LebensUm ihre Leiden!
Sagst Du's, wie ich's erfleheMit heißen Zähren,
So wird Dein lieber Sohn esDir gern gewähren.
Und ich, Du MildeVon Almudena, spendeDank Deinem Bilde.
(Die kürzeste Depesche,) die es jemals gegeben hat, schrieb unstreitigSuwarow. Nach der Einnahme von Praga schrieb er der Kaiserin die drei Worte:„Hurrah Praga! Suwarow.* — Ebenso kurz machte sie ihn auch mit drei Worten zumFeldmarschall, denn sie schrieb als Antwort: „Bravo , Feldmarschall. Katharina."
(„L iterarische s.") Ein junger Mann der gelegentlich Artikel für Zeitungenschreibt, hat seiner Feder ein Vermögen zu verdanken. Sein Vater grämte sich zu Tode,nachdem er einen seiner Artikel gelesen hatte und hinterließ ihm ein Vermöge» von150,000 Dollar.
(Er und Sie.) Eine junge Frau war im Besitz eines sehr dicken Gatten.„Wie kann man sich nur mit einer solchen Last beladen!" sagte Jemand dazu. „Ichbitte Sie," versetzte ein Kenner, „sie ist ja so leicht, daß sie ohne diese Last gar keinenHalt haben würde."
(Jammer eines Kaufmannes.) Die guten Käufer zahlen schlecht. —Die guten Zahler kaufen schlecht. — Die schlechten Käufer zahlen gut. — Die schlechtenZahler kaufen gut.