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(Das Ideal eines Reporters.) Der Correio Mercantil de Pelotas (Brasilien )betrauert den Verlust seines besten Reporters und berichtet über dessen tragisches Endefolgendermaßen: Vor 8 Tagen schrieb Snr. Monteiro in unseren: Blatte eine Notiz, derEchweinefetthändler Nudolfo Alschero sei ein ganz miserabler Gauner, und seine Waarealles andere nur kein Schweinefett. Der Fetthändler nannte Monteiro einen infamenLügner und forderte ihn zum Duell. Dieses fand gestern hinter dem Caminho Nuovostatt. Während Alschero einen Schuß in den Schenkel erhielt und in vier Wochen wiederhergestellt sein wird, bekam unser braver Monteiro eine Kugel in die Brust und die Ver-sicherung der Aerzte, daß er gerade noch fünf Minuten zu leben habe. Monteiro benutztenun diese kleine Frist nicht etwa dazu, um in einem kurzen Stoßgebet seine Seele Gott zu empfehlen, nein, der pflichtgetreue Reporter raffte seine letzte Kraft zusammen undschrieb Folgendes an unsere Redaction: „Duell. Snr. Alschero und Snr, Monteirohatten heute um 9 Uhr Morgens wegen einer Dummheit einen Zweikampf hinter demCaminho nuovo. Snr. Alschero kam mit einer leichten Verwundung davon, Snr. Mon-teiro bekam eine Kugel in die Brust und starb einige Minuten nachher." Macht ein Extra-Honorar von rund 2 Mrlreis, welche Sie meiner Gattin zustellen wollen. Hierauf senkteer sein Haupt in den Schooß.
(Eine ganz neue Kurmethode.) In Sän Franzisko prügelten sichzwei Aerzte am Bette eines Kranken, der darüber so heftig lachen mußte, daß er inSchweiß gerieth und hierauf gesund wurde.
(Auf Abschlag.) Ella (eine 5jährige Kleine, die beim Schneeballenwerfen einsFensterscheibe zerbrochen hat und dafür eben von Papa gestraft werden soll, fleht mitaufgehobenen Händen): Lieber Papa, bitt', nicht hauen; zieh mir's lieber von meinemHeirathgut ab!"
(Gute Hausordnung.) Frau zu ihrem Manne: „Jetzt haben wir den ganzenVormittag den Schuh unserer kleinen Elise gesucht, da steckt er mitten im Kraut. Ichwußt' es ja, daß bei mir nichts verloren geht!"
(Zweideutig.) „Haben Sie nichts Uebertragenes?" „Gegenwärtig nichts."„Vielleicht die Frau Gemahlin?"
In weltentrückter Einsamkeit,
Wenn mir der Freude Blumen sprießen,Wenn ferne Gram und düstres Leid,Dann tuet,' ick seliaes Genießen
Doch wenn die Stürme mich wild umtosen,
Wenn mich das Glück nur verspottet und haßt,Wenn grausam es Disteln mir bietet statt Rosen,Wenn mich der Verzweiflung Macht ersaßt;
Wo hinter dicht verschloss'nen ZweigenEin trautes, stilles Plätzchen winkt,Wo alle Stürme ruh':: und schweigen,Den Morgenthau die Blume trinkt!
Wenn alle Hoffnungen meines LebenslNur wie ein trügerisch' täuschend Licht,
Dann lockt mich der Schöpsung Frieden vergebens,Gibt ihre Ruhe mir Ruhe nicht!
Zu mir nnt wunderbaren: Dust,Es tönen srob der Walenr L:ede
Es neigen sich Jasmin und Flieder
Dann eil' ich hinaus auf schäumenden Wogen,Wenn stürmend am Ufer die Brandung sich bricht —Und hat sie auch Manchen hinab schon gezogen
Es tönen sroh der Wglen: LederHoch über nur in blauer Lust.
Und hat sie auch Manchen hinab schon gezogenJn's feuchte Grab — ich sürchte es nicht!
Es ruh':: der Leidenschaften Flammen,Nur Friede athmet die Natur, —
Wir sitzen schweigend dann beisammen,Beglückt von treuer Liebe nur.
Dann eil' ich trotz Blitz und trotz DonnerrollenHinaus auf die düster umnachtete Flur; —
Da dünkt nur ein Labsal Dein finsteres Grollen,
Hinaus auf die düster umnachtete Flur; —
Da dünkt nur ein Labsal Dein finsteres Grollen,Du stürmisch erregte, Du große Natur!
Wir sitzen schweigend da und lauschenDer Vögten: fröhlichem Gesang,
Umwogt von fausten: Blätterrauschen, —Der Liebe dünkt's wie Sphürcnklang!
Wie groß die unendliche Schöpfung ist,Bis endlich des Kummers Wolken scheiden,Das Herz seine kleinen Leiden vergißt I
Du lehrst mich, wie klein meine irdischen Leiden,
Carl Felix.