312
neben seinem Adjutanten, als der Gast mit einem ziemlich verdrossenen Gesicht vorüber-fuhr. Als der Fürst ihn so herankommen sah, wendete er sich an seinen Adjutanten:„Was hat denn der A.?" Der Hofmarschall lächelte diplomatisch und wies nach dem lKnopfloch. — «Ach so," lachte der Gebieter, „laufen Sie doch hinein und holen Sieeinen Orden!" — „Pst, pst, Herr A." Der Wagen kehrte um und lenkte dicht unter !die Terrasse. Der Hofmarschall kam athemlos mit einem Papierpäckchen aus dem Schloß.„Hier!" sagte der Fürst, dem verwirrten Schauspieler das Päckchen zuwerfend. — „AufWiedersehen!" Doch kaum hatte das Pferd sich in Trab gesetzt, als sich der Schau- ,spieler erhob und zurückrief: „Durchlaucht, es sind zwei Orden!" — Durchlaucht winkte:„Geben Sie den Andern dem Kutscher!"
(Zwei lustige T e l e p h o n g e s ch i ch ten) kursiven zur Zeit in Wien . Inden Bureaus eines sehr gestrengen Herrn ertönt das schrille Zeichen des Telephons. Ereilte zum Sprachrohr und meldet seine Anwesenheit durch das übliche „Halloh." — Leisetönt die Antwort zurück: „Diese Rolle spiele ich nicht, die ist mir zu fad." — „Mit wemsprechen Sie denn?" fragt der gestrenge Herr. — „Nun, mit meinem Direktor." —„So, der bin ich nicht, ich habe keine schlechte Rollen zu vergeben. Schluß." — Die sunglückliche Telephonistin hatte eine unglückliche Künstlerin statt mit ihrem Theater-Direktor s
mit — einem gestrengen Herrn verbunden, der so außeramtlich von einem neuesten Theater- s
conslict erfuhr. — Und noch eine Telephon-Anekdote. Der General-Director einer Bahn !läutet dem Collegen einer anderen Bahn. Ein jugendlicher Praktikant ist in der Nähedes gerufenen Thelephons und eilt pflichtschuldigst ans Hörrohr. „Halloh." — „Wer !dort?" — „L. Kanzleipraktikant." — „Sagen Sie Ihrem Chef, daß ich ihn gern Nach-mittags sprechen möchte!" — „Mit wem habe ich die Ehre?" — „General-Direktor iP." — „O, ich bitte," stammelte der erschrockene Beamte in das Sprachrohr und ver-beugte sich pflichtschuldigst vor dem Telephon bis zur Erde. Erst die laute Heiterkeit,in die der gerade eintretende Chef ausbrach, machte ihn auf seine übertriebene Höflichkeit .aufmerksam. )
(Richtige Antwort.) Herr Doktor sagte eine gern Fremdworts anwendendePatientin, ich möchte Sie einmal insultiren, ich habe so Konfection nach dem Kopfe undbin konstruirt. Madame, erwiederte der Arzt, machen Sie sich keine Skropheln, gehen ^Sie in die Hypothek« und holen Sie sich für 20 Pfennig Ninocerosöl. s
(Gut gemeint.) Dame (im Schlächterladen): „Wollen Sie die Freundlichkeithaben, mir das Fleisch zu zerkleinern?" Schlächersrau: „Du Aujust, schlag doch malder Dame die Knochen entzwei."
(Scherzfragen.) Welcher Körpertheil ist am meisten musikalisch? Die Augen— sie haben immer ihre Lieder. — Welche Ähnlichkeit besteht zwischen einer Schiefer-tafel und der Ehe? Junge Mädchen rechne» darauf.
(Aus dem Lebe n.) Herr: „Für so schlechte Musik geb' ich nichts." Straßen- :Musikant: „Ach für den, der nichts gibt, ist die schlechte Musik immer noch gut genug." i
Original-Nüthsel.
* Prächtig glänzet von ferne die erste Silb' uns entgegen !
Schüchtern nahen wir uns, doch Hoffnung, der liebliche Schimmer,
Werde die Wolke des Grams von unserer L-tirne zerstreuen, '
Gibt uns Vertrauen und Muth. Wir klagen dem glänzenden ManneFrei die Noth, die uns drückt, und bitten um schleunige Hilfe;
Ach! da erhalten wir oft als Artwort: „Die letzten zwei Silben!"
Wahrlich kein Balsam von Mekka , die brennende Wunde zu kühlen, >
Kein Freund begleite zum Orte mich, der Dir das Ganze bezeichnet, '
Dort sei die Erde 'vergessen mit all' ihren Gebrechen,
Sei nur dem schöneren Himmel die ernste Betrachtung geweiht.
Für die Redaktion verantwortlich Alphons Planer in Augsburg . — Druck und Verlag des