Ich habe diese Sojabohne der berühmten chinesisch-englischen S ojakraft-Sautzewegen angebaut. Werden ja in England alljährlich 12,000 Zentner Sojabohnen zudiesem Zwecke importirt. Dieser schöne ziemlich hoch werdende, vielästige Strauch, derdurchaus keine Ähnlichkeit mit einer ander» gewöhnlichen Bohne hat, zeichnet sich durcheine ungeheure Ertragsfähigkeit (auf ein Hektar Land bei der lichtgelben mongolischenSorte 2177 Kilo ergebend) aus, seine Samen sind sehr nahrhaft und wohlschmeckend,bilden in China und allenthalben, wo dieser Strauch angebaut wird, eine mit Recht höchstbeliebte Speise, die bei keiner Mahlzeit fehlt. Keine andere Kulturpflanze producirt sohohen Nährmerth, da diese Bohnen über 34"/y stickstoffhaltige Sustanzen und über 18"/gFett enthalten. Ueberall, wenigstens in Süddeutschland, sollte man nirgends ermangelndiese Pflanze anzubauen, da man durch sie nicht nur eine höchst-nahrhaste wohlschmeckendeKost, sondern auch ein vorzügliches Kaffee-Surrogat erhält. Die Soja wäre gewiß dirbeste unserer heimischen Kaffee-Ersatz-Sträucher. —
Miseelleir.
(Negerschädel als — Zielscheiben!) Während des kürzlich in Nashville im Staate Tenefsee abgehaltenen Veteranen-Convents war auf der Festwiese ein Standfür Wurf-Uebungen errichtet, auf welchem mit Base-Brill-Kugeln nach Negerschädeln ge-worfen wurde. Die „Niggers" standen hinter einem mit Leinwand verhängten Ver-schlage und hatten die Köpfe durch in der Leinwand angebrachte Löcher zu stecken» umden Geschossen als Ziel zu dienen. Jeder Neger erhielt hierfür einen Tagelohn von3 Dollars, wenn er aber von Schmerz gepeinigt, vor Beendigung des Tagewerks davon-lief, nichts. Wir wissen nicht, sollen wir mehr über die Nohheit dieses widrigen Sportsoder über die Unthätigkeit der Behörde, die denselben ruhig gestattete, erstaunen.
(Ein Dialog auf See.) Zwei Schiffe begegnen sich in der Nordsee auf Hör-weite und reden sich durchs Sprachrohr folgendermaßen an: „Wo kommst Du her."„Von Hüll." „Watt heft Du loden?" „Wull!" „Wie is de Fracht?" „Vull!"„Wie heil dat Schipp?" „John Bull ." „Und de Kaptein?" „Krull." Da schreitder Fragesteller wüthend zurück: „Minsch, Du bist wul dulll"
Wächterlted.
Meine Heimath ist ein grauer Thurm,
Der Wald umrauscht mich Tag und Nacht:
Bei Frühlingsschein und WintersturmHalt' ich für meinen Herrn die Wacht.
Mein Herr lebt freudig bei Prunk und SchmausFern in der Stadt; aus harter StreuBeherbergt mich mein Felsenhaus,
Doch meinem Herrn dien' ich getreu.
Er schaut nicht den Lenz, der mit SchöpserhandDie Wälder schmückt zum Frühlingsmahl,
Auch nicht den Herbst, der im KriegsgewandDurchschreitet das trauernde Quellenthal.
Er schaut nicht die Bäche silbern gehenDurch frischer Thäler grüne Bucht,
Hört nicht des wilden Nordsturins Wehn,
Wie Schlachtruf durch die Felsenschlncht!
Er schaut nicht in dämmriger AbendzeitDie Rehlein trinken den kühlen Born,
Hört nicht der Bügel Saugesstreit,
Wie's trillert und pseist i» Busch und Dorn.
Was der Wald sich erzählt, das weiß er nicht,Keimt nicht das Reich von Gnom und Fee,
Wo tanzt der Elf bei Mondenlicht,
Und die Nixe jubelt im Schiff am See.
Er hört nicht der Donner SchauergrußVerhallen an der Felsenwand,
Schaut nicht der Blitze Titanenfuß,
Der wild zermalmt den Eichenbestand.
Wohl gleicht sich alles aus Erden aus,
Mit Lust das Leid, mit Schatten der Glanz;ier Fried' und Ruhe, doch Freude draus,nd überall windet Liebe den Kranz. —
Drum wohn' ich so gern im grauen Thurm,
Jahrein, jahraus, bei Tag und Nacht;
Ob Frühlingsschein, ob Winterstnrm,
Halfl ich sür meinen Herrn die Wacht! Johannes Hüll.