Ausgabe 
(25.7.1883) 59
 
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sinnigen von seinem Opfer rissen. Es sind dies Bruder Paul Graf und Bruder Flemmlnz.Wenn wir auch nicht das Vergnügen haben, Ersteren als Mirglied der Loge zur Menschen-liebe den Unsern nennen zu können, so grüßen wir ihn doch als Glied der Kette, dieüber den ganzen Erdkreis sich erstreckt und die Herzen verbindet. Glück wünschen kanninan aber der Loge zur Eintracht, wo Brüder wohnen, die kaum dem großen Bundeeinverleibt, als Lehrling die Maurertugenden eines Meisters zeigen und üben. MögeBruder Graf überzeugt sein, daß all unsere Herzen ihm warm entgegenschlagen und daßJeder von uns, des Geretteten Bruders eingedenk, Gut und Blut für ihn einsetzen wird,wenn die Noth es erheischt. Dir aber, geliebter Bruder Flemming, der Du in Wortund That wiederum als echter Maurer Dich stets bewährt hast, der mit dem Spitz-hammer den rohen kubischen Stein bearbeitet und seine Kelle nicht ruhen läßt bei demAusbau des Tempels der Humanität, Dir bezeugen wir auf's Neue unsern Dank, undunsere Bruderliebe. Darum, meine lieben Brüder bringt mit mir unsern beiden Brudernden maurerischen Dank dar." Wiederum gab die Versammlung durch dreimaligesHändeklatschen ihren Beifall zu erkennen. Nachdem hierauf die drei Gepriesenen in kurzenWorten gedankt und ebenfalls auf das Gedeihen des Maurerthums geklatscht hatten,durchklangen auf des Meisters Gebot die gezogenen Töne des Harmoniums den Saalund es wurde folgendes Lied gesungen:

Dem Maurer Preis und Lob und Ruhm,

Der treu im Logeuheiligthmn

Der Menschheit Wurde fördernd trägt,

Im Busen Bruderliebe hegt.

Doch dreifach Hoch dem Mann, der wagt,

Der in Gefahren nie verzagt,

Der im Getümmel dieser WeltDas Maurerwort snr's höchste hält.

Ihm lohne der große Weltengcist,

Der lieben uns und helfen heißt-Ihm dankt der Bruder große schaar,

EinMeister" heißt er immerdar.

(Fortsetzung folgt.)

Goldkörner.

In der Vergangenheit ist reichlicher Stoff zur Freude und Wehmuth, zur Zufriedenheit mitsich und zur Reue; da hat man mit sich, mit Anderen, mit dem Geschicke gekänipst, gesiegt und unter-legen.' was da gefunden wird, das ist wahrhaft gewesen, das ist, wenn es schmerzlich war, untilgbar,me eine Narbe, und wenn es freudig war, unentreißbar, wie ein der Seele eingewachsener Gedanke:ts ist ferner rein von der Aengstlichkeit, der Besorgnis; der Zukunft. W. v. Humboldt,

Aus thränenreicher

Vergangenheit wächst immer bess're Zukunft:

Wir werden Keiner ohne Thränen gut. Raupach.

Die Sittlichkeit allein ersetzt den Glauben nicht,

Doch weh dem Glauben, den; die Sittlichkeit gebricht. Rückert.

Reine, absichtslose Wohlthätigkeit ist der Hochgenuß des Daseins. Wer nicht schmeckte, hat nichtgelebt. Benzel-Sternau.

Gerechtigkeit gegen Alle bedeutet die wahre Liebe zu dem Einem.

Bettina.

Die Schönheit rührt, doch nur die Anmuth sieget,

Und Unschuld nur behält den Preis. Seume .

Einer der größten und zugleich gemeinsten Fehler der Menschen ist, daß sie glauben» andereMenschen käunten ihre Schwächen nicht, weil sie nicht davon plaudern hören, oder nichts davon ge-druckt lesen. Ich glaube aber, das; die meisten Mensche» besser von sichern aekannt werden, als siesich selbst kennen. Lichtenberg.

Es gibt noch süßere Freudenthränei!, als die im Wachen es sind die im Traume.

JeanPaul.