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Mal der ganzen Dienerschaft des Gasthofes erzählt, daß wir ein neuverheirathetes Paarsind." „O," rief Pat triumphirend, „davon habe ich kein Wort gesagt. Wenn siemich in der Küche danach gefragt haben» erzählte ich jedesmal, Sie würden sich erstin einigen Monaten verheirathen! . . . ." Die junge Lady war einer Ohnmacht nahe,ihr Gatte aber verzieh Pat und beschloß, ihn in Zukunft lieber die Wahrheit sagenzu lassen.
(Ein Droschkenkutscher, der Sänger wird), ist nichts Seltenes mehr.Aber ein Sänger der Droschkenkutscher wird ... der neuen Welt blieb es vorbehalten,dies traurige Pendant zu liefern. In Newyork hat nämlich, wie das „Berl. Tagebl."zu melden weiß, vor Kurzem ein Droschkenkutscher in einer sehr belebten StadtgegendAufstellung genommen, der — wie ein amerikanisches Blatt versichert, vor vier Jahrenals „stur" einer Oper die Kunstfreunde Bostons und Worcesters in Ethusiasmus ver-setzt hatte. Der betreffende Tenorist, der übrigens ein geborener Nüsse sein soll, hat— wie es heißt — seine Stimme gänzlich eingebüßt, scheut sich aber, da er Stellungs-flüchtling ist, nach seiner Heimath zuurückzukehren, und findet sich ganz gut in seine Rolle.In Amerika haben aber solche Standesveränderungen nicht viel zu sagen. Die schönenNewyorkerinen, welche die Droschke des Russen besteigen, ahnen nicht, daß der Mannauf dem Kutschbock vor mehreren Jahren die Damen Bostons als Naoul oder Manricoin Entzücken versetzt hatte. Dem Mimen flicht eben unter solchen Umständen auch dieMitwelt keine Kränze.
(Wie baut man eine glückliche Heimath?) Hierzu sind sechs Dingenöthig. Rechtschaffenheit muß der Architekt sein und Sauberkeit der Tapezierer. DasHaus muß durch Liebe erwärmt und durch Heiterkeit erleuchtet werden. Nützliche Thätig»keil muß der Ventilator sein, welcher die Atmosphäre erneut und Tag für Tag einefrische gesunde Luft herrschen läßt, während als schützende Decke über Alle» der SegenGottes walten muß.
Die Hand zur Sühne.
Jede Kränkung, alle Fehle! '
„Herr! vergieb uns uns're Schulden,Wie auch wir von ganzer SeeleUni'ren Schuldiaern veraeben
Reist das Korn schon in den Halmen?Hören wir die Sichel klingen?
Dürfen die in Thränen sätenFrohe Erntelieder singen?
Aus dem göttlich hehren Munde,
Lauschend dieser Himmelslehre
Wird auf gold'nen Rechtes BodenSich die Freiheit wieder heben?Darf, von L-chergen unbehelligt,Jeder seinem Glauben lebe»?
Riesen wir in der Bedrängnis;So aus, tiesem Herzensgründe.
Mit dem einzig Sündenlosen,
Der die Zeiten hat erschaffenKennt den Tag und keimt die Stunde;Seine Werke währen ewig,
Der an s ureuz warb sestgeschlagen,Haben wir, dem Feind verzeihend,Unsrer Sünden Last getragen.
Die Ihm trotzen geh'n zu 'Grunde.
Sieh', o Herr! die Stürme schweigenUnd die tollen Leidenschaften, —
Mußten wir den Druck der StarkenUnd der Mächt'gen Unbill dulden,Gnädig war der Herr, gedenkendNicht der Mengen unsrer Schulden.
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Lass' des Friedens SamenkörnlcinNun in gutem Boden hasten!
Herzen lenkt wie Bäche,>m Uebel uns erlösen.
Der die
Wird vom Uebel uns erlösen.
Gnädig ist der Herr, und immerSchafft Er Gutes aus dem Bösen;
Wissend, das; in jedem KanivfeWir den Sieg erringen müssen
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Möchten wir im Feind den BruderLieber mit der Bitte grüßen:
„Herr! vergieb uns uns're Schulden,Wie auch wir von ganzer SeeleUnsren Schuldiger» vergebenJede Kränkung, alle Fehle!"
L. v. Heemstede.