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nsirimg der Zeit einen einzige» Z des Neichsdeputations-Hauplschlnsses anzuführen, nämlich 8 ^2.Nach diese», „wurden alle Güter der Stifter, Abteien und Klöster der freien und vollen Dispositionder respectiven Landesfürsten, sowohl zum Behufe des Aufwandes für Gottesdienst, Unterrichts- undändere gemeinnützige Anstalten, als znr Erleichterung ihrer Finanzen überlasse n."
Werfen wir noch einen ganz kurzen Blick auf das Degginger Kloster und seine Kirche, wiebeides sich heute dem Besucher reprcifentirt. Während wir manches, einst berühmte Kloster, heutzutageals Ruine oder nicht viel weniger erblicken, schaut Weggingen den Besucher freundlich an. Gut istes erhalten, denn in seinen Räumen Hausen nicht wie in vielen andern Uhus und Nachteulen,sonder» es wohnen in den hübschen Gelassen fürstliche Beamte, es «giert dort ein Psarrhcrr und einLehrer hat den Katheder inne und schwingt die 0,5 Tröster als Wahrzeichen der Herrjchcrgcwalt; dieanderen Gebünlichkeiten imd der Oekonomie gewidmet. Stolz steht vor uns ein siinfftückiger Thurmmit Blechkuppel versehe», auf dessen zweitem Stockwerk vier kleine aufrecht stehende Pseitec sich er»heben, je einer an einer Ecke ganz dazu angethan, den vv» ferne her kommenden Beschauer glaubenzu machen, den Thurm ziere eine Altans. An dem geräumigen schönen Schiobhose befindet sich einhübscher vierrädriger Brunnen mit pyramidalrörmigem Ausbau, gekrönt mit der Statue des heiligenMichael, der stolz den Drachen zu seineu Fübeu bekämpft, und ihn ohne Gnad und Barmherzigkeitin das Wasser des Brunnens hinabwirft. Dieser Brunnen ist auch in einer atten Chronik erwähntmit den folgenden Zeilen: „Deggingen hat zwoi edle Kleinodien, deren Erstes ist ein Röhrenbrunnen,so in der härtisten Winterszeit nicht eingesrühret, sondern für die Inwohner hier des beßteu Wassersgenug giebet. Das andere ist ein stützender Bach, welcher das Dorf durchstreichet, Menschen undVieh erquicket und beyden wol zu statten kommt." Dieser Chronist scheint die grasten Wasserstiefeldes Hahne,unann prolurt zu haben! Die Klosterkirche, welche nach der Regel geastet ist, anlangend,so befindet sich oberhalb des Westportals, das etwas an Magerkeit laborirt, die Himmelskönigin,ganz oben aber in einer Nische der Patron der Kirche, der heilige Martin,is, vom Wetter arg ver-wittert. In der kleine» Vorhalle ist ein Oelberg und eine Krenztragung mit Gesichtern, welche fastzu sagen scheinen: voll mo tcmgor« beziehungsweise »oli mv evntvmplsii! Oberhalb gewahren wirdie Worte cksuiao 53, V. 7 „er ist aufgeopfert, denn er hat's selbst gewollt." Der erste Eindruck»
den die ganze eigentliche Kirche macht, dürste der sein, daß das Ganze allzu bematt, etwas inonvton
ist. Auch glauben wir bemerken zu dürfen, das; die zehn ganz einander ähnlichen Deitenaltäre etwaszu weit in das Hanptschiss heransragcn, sich also dem betreffenden Pfeiler nicht ganz accomodiren.Trotzdem macht das Ganze, besonders durch das reiche Licht, einen recht freundlichen Eindruck. Diebeiden Seitenschiffe, niederer als das Hauptschiff, reichen bis an den Chor. Der Chor, dessen Altarsich aus — beziehungsweise zwischen hölzernen Säule» — erhebt, hat als Plafongemälde die Änfnahmedes hl. Martmus in den Himmel. Er wird von der allerheiligsten Dreisaltigköit erwartet, umgeben
von sehr vielen Engeln. 'Als Maler bekennt sich auf dem Bilde selbst B. Felix Rigl pinxir 1751 und
dürste dns Bild etwas zu grell sein nach des Einsenders unmastgeblicher Ansicht. Die Chorstühle sindeinfacher, aber schöner Arbeit. A„j der Evangelinmseite befinden sich „blinde" Chörle; bei», unternschaut ganz natürlich ein alter Pater heraus, die Kutte, das Auge recht schön sich präsentsten». Ver-unziert dürfte der Chor werden dnrch einen ziemlich umfangreichen Kasten, der allerdings in seine,»Innern eine Orgel birgt. Die Gemälde des Hauptschiffes stellen den Ban des KtosterS und der Kirchedar; eines die Ausnahme des ht. Beuedikt in den Himmel. Oben gewahren wir das Lamm, stehendauf dem'Buch, das mit sieben Siegeln versehen ist, getragen,von drei Engeln. Ju den Seitenschiffe»sind Bilder aus dem Leben und Wirken des hl. Bsnediktns angebracht. Die eigentliche Orgel ist sehrhoch cmgebrachl; unter der Orgelempore ein sehr naives Bild, „die Austreibung anS den, Tempel".Nicht zu; übersehen ist die hübsche Kanzel, gekrönt mit einem Engel, welcher die zwei vergoldeten Ge-setzestafeln in den Händen hat. An, Ende des linken Seitenschiffes befindet sich ein Oelberg, der sonatürlich anzuschauen ist, das; dem Beschauer leicht Thränen kommen können. In dem andern Seiten-schiffe sind einige Grabinschriften in dem Pflaster angebracht, eine von einem Abte Johannes Magiinsvon llnterelchingen (Johannes lll.) 1625 gestorben, mit dem Schlußsatz: Vivat sctsrnum L/mbolum.Der Krenzgaiig des Klosters ist gut erhalten, in demselben sind die Bilder mehrerer Ordensmännerund eine „Geburt Christi " merkwürdig dargestellt. Die Sacristei endlich enthält fünf schön ge-arbeitete, aus Klosterzellen stammende, sehr geräumige eichene Küsten, leider ist der Inhalt aus Klosters-Kit nicht mehr vorhanden.
Mts-ell-n.
(Der Weg zur Geliebten.) Ein junger Mann ve» Middletown, der sichsterblich in die Tochter eines, auf abgelegener Farm lebenden und als eine Art Menschen-feind verschrieenen Mannes verliebt hat, fragt bei dem in Middeltown erscheinenden„Transeript" an: was er thun solle, um zu der Geliebten, deren Wohnplah er nochnie betreten habe, zu dringe», und ob es bei der Unzugänglichkeit desselben nicht dasGerathendste wäre, sich erst das Wohlwollen und die Zuneigung des gestrengen HerrizVaters zu erwerben. Hierauf nun ertheilt der Briefkasten des „Transeript", der offen-er ein Interesse an der Lage des Fragestellers gewonnen, demselben folgenden wohl-