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schweiße ein, die ihn bedeutend schwächten und eines Tages, als der Patient sich wvhlerfühlte, als gewöhnlich, schlief er ein, den Kopf an Mariele's Brust gelehnt, um nichtmehr zu erwachen — Seppli war todt.
Der Gram der armen Frau, völlig verlassen mit ihren Kindern in einer fremdenStadt, war furchtbar und doch sollte er noch nicht am Ende sein; durch einen grausamenZufall mußte sie den Leidensbecher bis auf die Hefe leeren. Als Mariele nämlich nachder Beerdigung ihres Mannes den Rest ihrer Baarschaft zählen wollte, ivar das Geldverschwunden. Es war ihr unzweifelhaft in der Confusion, die der Tod ihres Mannesim Hause verursachte, gestohlen worden.
Dieser letzte Schlag war zu niederdrückend für die ohnedem so erschöpften Kräfteder Unglücklichen. Sie wurde krank und in ihrem Leiden rief sie oft in ihrer Ver-zweiflung: „o Herr, warum bürdest Du mir solche Last auf, die ich nicht zu ertragenvermag l —"
(Schluß folgt.)
G»ldkörner.
In einem Jahr willst du zum Ziele dringen?
Nimm eins dazu, im zweiten wird's gelingen!
Wem Gunst und Glück die Fiedel streicht,
Der hebt zum Tanz die Füße leicht.
Was Zivilist du Träumer nichtig nennen?
Ein Scherben lehrt den Topf dich kennen.
Almosen, das vom Herzen kommt,
Dem Geber, wie dem Nehmer frommt.
Fleiß bringt Brod,
Faulheit bringt Noth.
, Hans ohne FleißWird selten weif'.
Nimm deinen Acker wohl in Hut,
Bestell' ihn gut, so trägt er gut!
Frage nicht was Aud're machen,
Sieh' auf deine eignen Sachen!
Wenn du hörst, daß Einer klagt,
Hör' auch, was der And're jagt! F. Beck.
Alphabet für eine angehende Hausfrau.
Beharrlichkeit und Geduld — dies Schwesterpaar erwähle Dir zu Freun-dinnen! oft, recht oft müssen sie Hand in Hand mit Dir gehen; sei Deine Ehe auch dieglücklichste, nie wird sie Dir die Ausübung dieser Tugenden erlassen.
Christlicher Sinn ist ein Talisman, den Du behüten mußt im Wellenschlagdes Lebens. Bewahre ihn durch die That, dann wird auch der Freisinnigste Dir seineAchtung nicht versagen. — Wer etwas Höheres im Wesen sucht, als das Leben gebenoder nehmen kann, der hat Religion.
«Dienen" — lerne bei Zeiten das Weib — nach ihrer Bestimmung, denn durchDienen allein gelangt sie endlich zum Herrschen — zu der gerechten Gewalt, wie es ihrzukommt, zu leiten den Hausstand; — die Herrschaft der Frau ist die Sanftmuth, Klug-heit und Liebenswürdigkeit und je mehr eine Frau in diesem Sinne das Ansehen genießt,desto besser geht alles darin zu.
Eifersucht! hüte Dich davor, sie ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, wasLeiden schafft — ein Gift das an dem Mark zehrt und an sich ganz harmlose Ereignissefür Beweise halt; ein gesundes wohlgeordnetes Gemüth bewahrt das Vertrauen undgibt diesem grünäugigen Ungeheuer nicht Raum,