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von ihrem guten Großvater und wie sehr sie ihn geliebt hatte und nicht selten weilenauch die Eltern in diesem Kreise und hören mit tiefer Bewegung diesen Erzählungen der »geliebten Mutter zu.
Damit schloß der gute Mann seine Mittheilung und empfing unseren wärmstenDank hiefür und unsere lieben Leser mögen versichert sein, daß wir mit ganz besondersregem Interesse an diesen beiden Anwesen wieder vorübergingen, in denen sich dieseErzählung hier zugetragen hat und nun mit einer gewissen Ehrfurcht diese Inschrift „zurEintracht" lasen.
Goldrörner.
Arbeit Hot bittere Wurzel, aber süße Frucht,
Arbeit genug wird finden, wer sie sucht.
Wer Armen gibt, gibt Gott die Gabe,
Almosen mindert nicht die Habe.
Nicht immer geht's im raschen Laus;
Gemach jährt man den Berg hinauf.
Nicht alles Krumme macht man grad,
Nicht ebnen läßt sich jeder Piad.
Wer seine Besserung aus's Alter spart,
Hat seine Sache gar schlecht verwahrt.
Beten ist zu jeder Arbeit gut,
Es verleiht den rechte» Sinn und Muth. F. Bcck.
Das neue «chlotz des Königs von BsKM'tt»
Das „Echo" bringt aus den „Dnily-News" folgende Beschreibung dieses Schlosses:König Ludwig II. von Bayern ist jüngst nach München zurückgekehrt, nachdem er dieletzten vier Monate auf seinem Landsitze Neuschwanenstein zugebracht. Dies ist dasneueste und prächtigste seiner zahlreichen Schlösser und kann sich hinsichtlich der Großean die Seite der berühmtesten Schlösser auf dem Festlande stellen. Neuschwanensteinsteht auf dem vereinzelt dastehenden Tegelselscn, gegenüber dem wohlbekannten Hohen-schwangau, und zwei Zugbrücken verbinden es mit den Fahrstraßen auf beiden Seiten.Das Schloß hat eine Höhe von sechs Stockwerken mit reichen Verzierungen in reinemitalienischen Styl und zahlreichen Altanen und Eckthürmen, die alle in massivem Granitausgeführt sind. In der Mitte erhebt sich ein großer Wachtthurm, 360 Fuß hoch, mitzwei Veranda's nahe der Spitze, welche eine großartige Uebersicht über die bayerische»Hochlande gewähren. DaS Dach des Schlaffes ist mit Kupfer gedeckt und in diagonalerRichtung von vergoldeten Platten gekreuzt. Ein gewaltiger Hof führt zu dem prächtigenPortal, das ein Meisterstück der Steinschneidekunst ist. Die Vorderseite des rechtenFlügels des Schlosses ist mit zwei 40 Fuß hohen Freskogemäldeu geschmückt, von denendas eine den hl. Georg mit dem Drachen kümpfend, das andere die hl. Jungfrau Mariamit dem Kinde, als der Beschützerin Bayerns , darstellt. Der Sockel dieses Flügels trägteinen broncenen Herold in alter Waffcnrüstung, der die bayerische Fahne hält, währenddie linke Seite durch einen broncenen bayerischen Löwen geschützt wird.
Das Innere dieses königlichen Wohnsitzes ist mit unzähligen Standbildern unddoppelten Säulen in der Weise eines genuesischen Palastes verziert und der Glanz derfestlichen Räume läßt sich kaum beschreiben. Die Decken sind mit Stückarbeit überladen,die Wände mit Freskobildern von den ersten Münchener Malern verschönert. Die Gegen-stände dieser Gemälde sind der Geschichte der bayerischen Könige von 1806—1867, denVorfällen des französisch-deutschen Krieges von 1870 und 1871, an welchen bayerischeTruppen theilnahmen, wie auch den letzten Musikdramen Richard Wagnsr's dem „Ringder Nibelungen " und „Parsifal" entnommen. Die Fußböden der Säle sind theils inmusivischer Arbeit, theils aus verschiedenem Holz in harmonischen Mustern gearbeitet.