Ausgabe 
(8.9.1883) 72
 
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viel hinterlassen, denn wenn man aus der Hand in den Mund leben muß, wie ich, undmanchmal gar kein Durchkommen sieht, dann ist es wirklich sehr verführerisch, einmalüber die Stränge zu schlagen, wenn man gerade bei Cassa ist. Aber was ich Dich fragenwollte, Eustacs, bist Du wirklich entschlossen, Deinen Namen zu ändern? Wirst Du vonnun an nur unter dem NamenSt. Lawrence" bekannt sein?"

Ich habe nach reiflicher Ueberlegung diesen festen Entschluß gefaßt", antwortetesein Freund. Meinen wirklichen Namen werde ich erst dann annehmen, wenn mir dasRecht, ihn zu führen, zuerkannt ist, und da ich jetzt vor dem großen Publikum erscheinenwerde, will ich nicht fortfahren, den Namen meiner Mutter zu tragen, damit nicht mög-licherweise ihr reines Andenken durch den leisesten Zweifel befleckt werde."

Hört ihr» ihr Götter!" rief Douglas mit komischem Pathos.Sollte man nichtglauben, er habe vor, sein erstes Debüt auf deü Brettern zu machen!"

(Fortsetzung folgt.)

Die Nord-Paeific-Bahr» irr Nord-Amerika .

Nord-Amerika steht vor der Eröffnung eines neuen, völkerverbindenden Schienen-weges, welcher sich an Großartigkeit der Anlage, an kühner Ueberwindung der den Menschenvon der Natur in den Weg gelegten Hindernisse und an Ausdehnung ebenbürtig dergroßen Eisenstraße an die Seite stellen kann, die bereis seit dem Jahre 1869 die Küste»des Atlantischen mit denen des Stillen Ozeans verbindet.

Im Unterschied zu der 1869 dem Verkehr übergebenen Bahn über den amerikanischen Kontinent und einer inzwischen entstandenen Süd-Pacific-Bahn ist dje neu zu eröffnendeLinie mit dem Namen Nord-Pacific-Bahn bezeichnet worden. Der Gesellschaft, welcheihren Bau unternommen, der Northern-Pacisic-Nailroad-Company, wurde mittelst Gesetzvom Jahre 1864 vom Kongreß der Bereinigten Staaten unter der Bedingung, daß sieden nordamerikanischen Nordwesten durch den Bau einer Eisenbahn der Kultur erschlösse,die Hülste alles Landes, welches auf jeder Seite einer zu bauenden Bahn in einer Breitevon 20 Meilen liegt, unentgeltlich überlassen. Es ist dies die Schenkung eines TerrainSvon etwa 63 Millionen preußischer Morgen, welches die Bahnverwaltung theils als Waldund Acker, theils als Wald- und Prärieland an Ansiedler verkauft, unter Gewährungleichter, über mehrere Jahre ausgedehnter Zahlungsbedingungen und außerdem einesRabattes von 25 pCt. auf jeden in den ersten rivei Jahren nach dem Ankauft urbargemachten Morgen.

Die Anfangspunkte der Nord-Pacific-Bahn liegen unmittelbar westlich des großennordamerikanischen Seengebietes, welches, wie bekannt, durch den Sän Lorenzofluß natürlicheVerbindung mit dem Meere hat. Als diese Ausgangspunkte sind zu nennen die StädteSt. Paul und Minneapolis südlich und Superior, bezüglich Dulukh mehr nördlich, undam Superiorsee gelegen, sämmtlich im Staat Minnesota.

Die ebengenannten Zugangslinien vereinigen sich dann zu einem Hauptschrenenstrange,welcher Nord-Wisconsin , Zentral-Minnesota, Nord-Dacota, Montana, einen Theil vonNord-Jdaho und Oregon durchzieht. Die Bahntrace lauft zwischen dem 46. und 47. Breiten-grade ist ziemlich gerader Linie nach Westen bis zu dem Nocky-Msuntains-Gebirge. DasGebirge zwingt dann zum Ausweichen in nordwestlicher Richtung. In der Nähe des48. Breitengrades liegt der nördlichste von der Bahn. berührte Punkt, der Oreillesse.Von hier aus verfolgt sie eine südwestliche Richtung nach dem 46. Grade hin und erreichtin Portland im Staate Oregon ihren südlichsten und zugleich ihren Endpunkt. Diegeographische Breite, welche die Nord-Pacific-Bahn durchschneidet, entspricht derjenigendes südlichen Frankreichs und Oberitaliens . Die ganze Länge vom Superiorsee biszur westlichen Endstation beträgt 542 deutsche Meilen: man kann aber die eigentlich«Schienenlänge nur auf 490 Meilen angeben, da von dem Kolumbiathal an die Züge derNordbahn bei Portland auf dem Geleise einer anderen Strecke, derOregon Nailway"undNavigation-Company" laufen.