Ausgabe 
(12.9.1883) 73
 
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man hat immer einigen Zweifel betreff seiner Verheiratung gehabt. Vermuthlich fürchteteer das Mißfallen seines Vaters noch dadurch zu steigern, und dann starb er ja so plötzlich."

Ja, der arme, junge Mann! Ich erinnere mich seiner noch so gut, solch ein hübscherliebenswürdiger Mensch, aber leider besaß er keinen moralischen Halt. Fragten Sie mich,ob ich Stodgers neulich gesehen habe, Sir Stephan? Ja, er war so eigensinnig wieimmer.

(Fortsetzung folgt.)

«oldkSrner^

Du bist zerstreut, es schwärme» die Gedanken,

Rasch sammle sie und halte sie in 'schranken!

Bleibst du ihr Herr nicht, wirst du bald ihr Sklave,

Und was du thust geschieht wie halb im Schlaft.

Was strengen Fleiß erfordert, mache nicht zum Spiel,

Und laß durch Hindernisse dich nicht schrecken;

G-h' Tag für Tag, bald hast du große StreckenZurückgelegt und siehst dich endlich froh am Ziel.

Unverhofft kommt ost,

Nur selten ist's was Gutes.

Kommt's oder nicht,

Thu' deine Pflicht!

So bleibst du srohen Muthes.

Scharfe Schwerter schneiden sehr,

Scharfe Zungen noch viel mehr.

Ist die Last zu schwer,

Wird die Kraft dir versagen,

Darum prüft vorher.

Wie viel die Schultern tragen.

Lerne mit Andern dich vergleichen,

Den und Den wirst du nicht erreichen,

Aber es wird in manchen Stücken

Besser als Dem und Dem dir glücken. F. Beck.

Das erste Vekcnnerblnt des Missionshauses in Steht.

Am 20. Juli empfingen wir, berichtet derKleine Herz-Jesu-Bote", Organ des MissionshausesStegl, folgende wichtige Mittheilungen aus unserer chinesischen Mission von Süd-Schantong, die am18. Januar 1882 von den beiden ersten Missionaren unseres Hauses, Hrn. Provicar Joh. BaptistAnzer aus Pleistein, Diöcese Regensburg, und Jos. Freinademez aus Äbtey, Diöcese Bripen,betreten wurde. Die ganze Mijsson, an Größe Holland und Belgien zusammengenommen gleich, zähltedamals unter 9 Mill. Heiden 158 Katholiken zu Puoli, in der äußersten Nordweststrecke der Miision.Ein gutes Jahr später aber gab es über 800 Katechumenen in allen Regierungsbezirken des großenDistriktes und waren über 1100 Heidsnkindcr in der Todesstunde getauft. Wir irren wohl kaum,wenn wir annehmen, daß diese Fortschritte es waren, welche den haß einiger sanatischer Heidenerregten und die nachstehend mitgetheilten Vorkommnisse veranlaßten Wir theilen dieselben mir nacheinem Briefe des Hrn. Subdiacon Riehm, an den zuerst diese Nachrichten kamen. (Hr. Richtn, einKölner, langte in Begleitung des Priesters Anton Wewel aus Senden, Diöcese Münster, im Mai1882 in Puoli an.)

Puoli, den 15. Mai 1883- Hochwürdiger Herr Rector! Geliebter Vater in Christo! Es waram Vorabend des Maimonats, als unser hochw. Herr Provikar, jetzt vielleicht schon Märtyrer, oderdoch ganz gewiß Bekenner, in feierlichster Weise in unserer Kirche die Maiandacht eröffnete. Ganz be-sonders inständig empsahl er seine bevorstehende Abreise der allerseligsten Jnngsran und forderte dieChristen auf, speciell für die Bekehrung ZautschaufS') zu beten. Am 1. Mai Morgens 5 Uhr bestieger seinen Wagen. Als Begleitung harte der Herr Psarrvikar zwei Katechisten und seinen Fuhrmann.

i) Die Mission von Süd-Schantong hat drei Fn oder Regierungsbezirke: Jentschaufn, Jtschanfnund Zautschansu; die Hauptstädte derselben heißen ebenso. Der nächste Zweck der Reise des HerrnProvikar war der Schutz und die Stärkung der Katechumncn des dortigen Bezirks, da man diesem t Gewalt hindern wollte, Christen zu werden.