Himmelsschan im Monat Oktober.
— X. Merkur L steht in der Jungfrau, kommt am 21. in die größte östlicheEntfernung von der Sonne und ist um diese Zeit am Morgenhimmcl gut zu finden.
Venus y wird am 27. Abendstern, geht jedoch bald nach der Sorme unter.
Mars c? steht im Krebse, geht 11 Uhr Nachts in NO. auf und zeigt sich inden Morgenstunden bei der Sterngruppe der Krippe. Am 19. trifft er mit dem Jupiter,am 23 mit dem Monde zusammen.
Jupiter 2 p im Krebse vor 11 Uhr Nachts am nordöstlichen Horizont sichtbar,geht zuletzt um 10 Uhr Abends auf. Am 22. ist er nördlich vom Mond.
Von seinen Trabanten werden sichtbar verfinstert: der erste am 6., 13., 22.,29., 31.; der zweite am 6., 13., 31.; der dritte am 4.; der vierte am 6. und 23.
Saturn H geht auf zwischen 8 Uhr und 6 Uhr Abends und steht am 18.nördlich vom Monde. Der Kugeldurchmesser beträgt 18, die Durchmesser seiner Ring-axen 45 und 19 Bogensekunden.
Miscellen.
(Theater-Toiletten.) Ein Schauspieler schreibt im „Berl. Tagbl.": „Manhat in der Großstadt kaum eine Ahnung davon, wie man sich in kleinen Proviuzial-städtcn zu helfen weiß, und welche Jnszeuirungs- und Kostümfrevel dem Publikum zu-gemuthet werden. Ich z. B. verdankte mein Engagement an eine pommersche Wander-bühne einzig und allein dem Besitz eines zwar einstmals „hochmodern" gewesenen Pfirsichblüthefarbenen" Sommerüberziehcrs, und als beschlossen ward, die „Räuber" aufzuführen,in welchen ich als junger Volontär höchstens einen stummen Räuber geben zu dürfenwähnte, wurde ich nicht iveuig überrascht, als der Direktor sofort erklärte: „Herr S.spielt den Kosinski, er hat einen hellen Paletot!" . . . Kosinski in einem modernenhellen Sommerüberzieher I . . . Den Damen unserer Bühne machte der „Toilleten-luxus" auch nicht viel zu schaffen. Die Direktrice war im Besitz einer „Maria Stuart "-Robe, welche sie auch in den Birch-Pfeifferschen Stücken und als Handschuhmacherin im„Pariser Leben " (!) trug. Aus guten Gründen! Sie besaß nicht viel mehr als noch einenPelzmantel, an dem der Pelz fehlte. Was aber würden die Franzosen , die ihre Aufmerksam-keit selbst auf Format und Farbe der auf der Bühne verwendeten Briefe ausdehnen, sagen,wenn sie es erleben würden, daß — wie es bei uns in einem Städtchen an der Saale derFall war — Merced» im „Don Carlos" dem Jnfanten im letzten Akt einen die königlichenGemächer erschließenden Schlüssel übergibt, an welchem eine Waschklammer hing. DcrSchlüsselgehörte zum — Eiskeller des Wirthes. Man muß sich eben zu helfen wissen!....
(Kindlich.) Mutter: „ Heute, liebe Anna, ist der Geburtstag Deiner Großmutter,da mußt Du ihr Glück wünschen und den lieben Gott bitten, daß er sie noch langeerhält und recht alt werden läßt." — Anna: „Ach, liebe Mutter, ich will lieber zu Gottbeten, daß er sie wieder jung werden läßt, denn alt genug ist sie schon."
(Was genießt der brave Soldat im Frieden?) — Brod, Fleisch, Kar-toffel. — Nun ja, das ist wohl richtig; was genießt er aber außerdem noch? Suppe,Brei. — Schafskopp! Er genießt die Zufriedenheit seiner Vorgesetzten und die Achtungder Civilpersonen.
(Zweierlei.) FrauNosi: „Wiegeht's im heiligen Ehestände?" — FrauKathi:„Recht gut. Mein Mann hat g'studirt und was im Kops." — Frau Rosi: „Dermeinige auch, aber nur, wenn er am Abend aus dem Wirthshause kommt."