Ausgabe 
(3.11.1883) 88
 
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begaben sich, nachdem sie deren Pferde versorgt, auf den Boden, wo sie ein Loch indie Diele gebohrt hatten, nm zn hören und zu sehen, was da unten vorgeht. Nachdemdie Chevanxleger abgepackt hatten, setzten sie sich an den Tisch in der Erwartung desImbisses, der da kommen sollte, aber es kam eben nichts. Da warf der Eine seinen

Pallasch zornig auf den Tisch und rief aus:H ... H ......., S...

kommt denn von dem Mischen Gesinde! kancr!" da stieß der eine Heanz den anderenan und meinte:Du, Hans, das hätt i mci Lcbtag nit glaubt, daß i a wällisch ver-steh." Die beiden Chcvanxlegers wurden reichlich bewirthet und seither blicb's bei denWällischcn Hcanzen".

Miscellen.

(Ein salomonischer Erblasser.) Ein alter amerikanischer Farmer diktirtesein Testament.Ich vermache meiner Frau 500 Dollars Jahreseinkommen. HabenSie das niedergeschrieben?"Ja," sagte der Notar,aber sie ist noch nicht alt undkönnte sich wieder verheirathen. Was sollte dann geschehen?" ,Gut, schreiben Sie,im Falle ihrer Wiederocrhcirathung erhält sie 1000 Dollars Jahreseinkommen."Was, zweimal so viel?"Jawohl, denn wer sie heirathet, hat das vieleGeld ehrlich verdient. Er wird ohnehin seine Noth mit ihr haben ..."

(Die Frau des Dichters Friedrich von Schlegel, ) eine Tochter desPhilosophen Moses Mendelssohn, wurde einst in Berlin von einem Schöngeist beimLeinwandnähen betroffen. Er glaubte ihr vorstellen zu müssen, daß sie eine ihren: Geisteentsprechendere Beschäftigung wählen möchte.Meinen Sie?" sagte sie lächelnd.Ichhabe immer gehört, daß zn viele Bücher in der Welt vorhanden sind, aber nie, daß eszn viele Hemden gibt."

(Was ist ein musikalischer Dilettant?) In einer kleinen Gesellschaft ver-suchte man, die prägnanteste Erklärung für den AusdruckDilettant" in: obigen Sinnezu finden.Einer, der zu seinem Vergnügen spielt!" meinte Jemand.Einer, der znseinem Vergnügen spielt!" bemerkte ein Anderer mit Betonung. Er hatte das Nich-tigere getroffen.

(Amerikanisches.) Ein westliches Blatt in Amerika meldete dieser Tage, daßein Knabe ohne Gehirn zur Welt gekommen sei und sich dem Umständen nach dabei ganzwohl befinde.Es sollte uns durchaus nicht wundern," bemerkt dazu ein gegnerischesBlatt malitiös,wenn diese Mißgeburt der jüngste Sprößling unseresgeschätzte»Kollegen" sein würde."

(Neue Todesursache.)An welcher Krankheit ist Ihre Frau gestorben?" fragteJemand einen Wittwer, der in der Ehe nicht glücklich war.Genau weiß man'snicht, vielleicht weil sie zn rasch gelebt hat."Wieso?"Bei unserer Vcr-heirathung war sie nach ihrer Aussage drei Jahre jünger, in ihren: letzte:: Stündlen:aber laut Tauf- und Todtenschein neun Jahre älter, als ich."

(Höchst musikalisch.)So, so, Sie sind auch in die Soiree zu Herrn Klinge-mann eingeladen? Versäumen Sie dieselbe ja nicht!"Und warum, Herr Feierte?"Darum, weil die Töchter des Hauses höchst musikalisch sind. Die jüngste spieltPiano, die andere singt famos und die älteste ist eine sehr reiche Wittwe."

(Aus der Schule.) Lehrer:Wie nennt man betn: Hasen die Haare, die zubeiden Seiten der Schmutze sitzen!" Fritz:Spürhaarc." Lehrer:Warum nenntman sie so?" Fritz:Wenn man ihn daran zieht, dann spürt er's."

Auflösung des Räthsels in Nr. 87:Zeitraum."

Für die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von Dr. Max Huttler.