Ausgabe 
(10.11.1883) 90
 
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so offen zur Schau trug, goß Oel in's Feuer. Es war beschlossen worden, daß siedie Hochzeitsreise nach Paris und dein südlichen Frankreich machen sollten. Währendder dreimonatlichen Abwesenheit würde Magnns Sguare zu ihrem Empfange in Standgesetzt sein. Fancourt zählte die Stunden, bis Lena die Seiuige und er fort aus Eng-land sei. Welche Gefahren bedrohten ihn noch bis dahin! Aber wenn er diese alleglücklich beseitigt und seine Plane durchgeführt habe, so wolle er, wie er sich selber vor-redete, eilt anderer, besserer Mensch werden. Er fluchte dem Schicksale, welches ihn indiese Enge getrieben und dadurch zu der schändlichen That zwang.

Fünfundzwanzig st es Capitel.

Der Brief Faucourt's, worin er Lord Alphington seine Verlobung mit MadelineDalton anzeigte und um dessen Einwilligung bat, rief bei seinem allen Herrn großesErstaunen, aber auch gleichzeitig Vergnügen hervor. Eiligst ritt er zu Lady Langleyhinüber, um ihr diese Neuigkeit mitzutheilen.

Vielleicht haben Sie doch noch Recht, meine liebe Lady, Langley und ich beur-theilen den jungen Mann zu scharf. Er muß doch noch etwas Gutes au sich haben, daer die Zuneigung einer Ihrer reizenden jungen Freundinnen gewonnen hat. Was michbetrifft, so muß ich gestehen, mir wäre die jüngere von Beiden lieber gewesen, freilichwird Miß Lena Dalton eher die Aufmerksamkeit eines jungen Mannes auf sich ziehen."

Es freut mich, daß Sie mit der Wahl Ihres Enkel einverstanden sind", er-widerte Lady Langley, welche durch Mrs. Dalton schon das wichtige Ereignis; erfahrenhatte.Die Dalton's sind, wenn auch nicht reich, so doch von guter Familie. Bcrthaäst eiu sehr angenehmes Mädchen, aber auch Lena nicht unliebenswürdig und meinerUeberzeugung nach wird sie eine gute Frau für Mr. Fauconrt werden."

Lady Langley konnte sich nicht entschließen, die Freude Lord Alphi'ngtou's zutrüben, indem sie ihm ihre Ansicht über Lena's Eigennutz und wie es wohl mit ihrerLiebe beschaffen sein werde, mittheilte.

Der Earl blieb lauge zu Larkspur; er verehrte Lady Langley aufrichtig und fandvielen Trost in ihrer stets bereiten Theilnahme.

Das Mißfallen, welches Fauconrt mir einflößt, werde ich seiner Gattin nicht ent-gelten lassen, dessen kann ich Sie versichern. Sie wird alles dasjenige erhalten, wasder zukünftigen Gräfin von Alphington mit Recht gebührt. Das Haus in MagnnsSguare soll dem jungeil Paare «ungereimt und ganz nach dem Geschmacke der MißDalton eingerichtet werden. Ich will sofort nach London reisen und ihr meine FreudeAber die Verlobung ausdrücken und dann gleichzeitig mit Thomson den Ehekontrakt be-sprechen. Wie mir scheint, ist es nicht nöthig, die Hochzeit noch lange hinauszuschieben."

Sie glauben nicht, wie glücklich es mich macht, Sir, die Sache in diesem Lichteauffassen zu sehen", bemerkte Lady Langley.Ich befürchtete, Sie würden eine vor-nehmere Verbindung für Mr. Faucourt in Aussicht genommen haben.

Meine liebe Lady Langley, glauben Sie mir, diese Verlobung ist eine unaus-sprechliche Erleichterung für mich."

Wußten Sie, daß Mrs. Dalton uns mit ihren beiden Töchtern im Herbste be-suchen wollte? Diese Pläne werden Wohl jetzt zu Wasser geworden sein, jedoch hoffe ich,Bcrtha später mit ihrer Mutter hier zu sehen."

So wird es wohl sein", cutgeguete lächelnd Lord Alphington. Fauconrt istohne Zweifel ungeduldig und ich kaun ihn deshalb nicht tadeln und werde ihm keineSchwierigkeiten in den Weg legen. Während der Hochzeitsreise des jungen Paares wirddie Mutter gewiß gerne mit der jüngeren Tochter von ihrer Einladung Gebrauch machen.Ich freue mich wirklich darauf, das saufte, liebe Mädchen wieder zu sehen."

Lady Langley erzählte ihm nun, wie es ihre Absicht gewesen, Bertha au Kindcs-statt anzunehmen; leider werde Mrs. Dalton sie nun nicht gerne entbehren.Wie ist