Ausgabe 
(14.11.1883) 91
 
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UM sich auf den langersehnten Ball, welcher an demselben Abende zn Highgate stattfindensollte, vorzubereiten.

S e ch s u ndzw a u zi gstc s Capitel.

Mrs. Dalton hatte sehr gehofft, auch für Mr. Faucourt eine Einladung zu demFeste zu erhalten.

Ich bin überzeugt, Mrs. Newcoinbe wird es sich zur Ehre anrechnen, ihn beisich zu sehen." Aber Lena wollte nichts davon hören; sie wünschte nicht mit diesemBräutigam öffentlich zu erscheinen und war herzlich froh, ihn für die Zeit los zn sein.Der Gedanke, seine Artigkeiten vor aller Welt ertragen zu müssen, war ihr geradezuwiderwärtig.Er ist zu sehr Lebemann, um mir, wenn ich einmal seine Frau bin,mit seinen Aufmerksamkeiten lästig zu werden", vertraute sie ihrer Schwester an.Aufalle Fälle werde ich sie dann nicht dulden und ich will die Langeweile, ihn jetzt immerum mich zu haben, nicht ausstehen, wenn ich es vermeiden kann.

O Lena, wie kannst Du so sprechen", war die vorwurfsvolle Antwort. Aberso bald Bcrtha weiter in sie drang, und ihre Befürchtungen in Betreff der Zukunft ans-sprach, wollte sie den Warnungen kein Gehör schenken.

Die beiden Schwestern waren wie gewöhnlich in sehr verschiedener Toilette. Lenatrug ein weißes Seidenkleid mit schönen echten Spitzen, welche noch von der Urgroß-mutter Capitän Dalton's herstammten; sie hatte sich mit den Türkisen dem GeschenkeFauconrt's geschmückt und sich ebenfalls nicht geweigert, ein wundervolles Bonqnctvon ihm anzunehmen. Den Kuß, mit dem er es ihr überreichte, hätte sie ihm freilichgerne erlassen. Bertha's Kleid war von weißem Mull, ihr einziger Schmuck bestand ineiner dünnen goldenen Kette und einem Medaillon, welches Sir Stephan ihr zumGeburtstage geschenkt hatte. In der Hand trug sie einige hübsche eben im Garten ge-pflückte Nosenknospcn. Ihr liebes Gesichtchen, verklärt durch die zu erwartende Freude,bedurfte keiner wesentlichen Hülfe, um reizend auszusehen zum wenigsten dachte soeiner der dort Anwesenden, welcher mit Sehnsucht ihrer Ankunft entgegen gesehen.

Während der Zeit, in welcher St. Lawrence und Donglas häufig zu Joy Collageverkehrten, waren sie auch mit den Freunden der Familie Dalton bekannt geworden undso hatten beide, da hübsche,, lebenslustige junge Leute bei solchen Gelegenheiten immereine angenehme Zugabe sind,' eine Einladung zu dem Feste erhalten. Die Abwesenheitvon Douglas wurde sehr bedauert, aber St. Lawrence stellte sich frühzeitig ein. Mrs.Newcoinbe bat ihn, ihrem Sohne beim Ordnen des Balles bchülflich zu sein und be-festigte deshalb ein rothes Band in scineni Knopfloche; dies veranlaßte mehrere der Gäste,untereinander zn fragen, wer wohl jener vornehm aussehende Herr mit dem Bande derEhrenlegion sei.

(Fortsetzung folgt.)

Goldkörner.

Dunkel sind Gottes Fügungen oft, d'rum dank' es ihm freudig,Wenn dir zuweilen ein Strahl himmlischen Lichtes sie zeigt.

Paart sich mit klarem Verstand die Reinheit und Güte des Herzens,Spiegelt die Seele das Bild dessen zurück, der sie schuf.

Wichtiger noch als was wir erlebten, ist, wie wir's erlebten,Ob es zum Rückschritt geführt, ob es uns weiter gebracht.

Kannst du nicht reisen, nicht schau'u entlegene Lander und Meere,Tröste dich: Wo du auch weilst, bist du von Wundern umringt.

F. Beck.