Buchstaben verwendet. Ich glaube nun, daß der Verfasser des Stückes jene Zahlen i"seinem Maunscripte verwendete, um beiläufig die Bogenzahl des Druckes voranszube-stimmen, und daß der Abschreiber diese Methode beibehalten.
Wie dem auch sein mag, scheint mir die Bemerkung: ckogsptins Haas"
nicht in dem Sinne eines „8vrip8ib" zu stehen, sondern den Verfasser des eigentlichenDrama's zu bezeichnen. Hätte demnach das Münchener Drama tirolischen Ursprung,dann wäre auch die Einwirkung desselben aus Zingerle's Tiroler Faust-Komödie, dieschön Creizenach hervorhebt,***) selbstverständlich.
*«) I. «. S. 174, 1.
Goldkörncr.
Pflege die Gaben, die Gott dir verliehen! Zur Ehre des GebersDir und Andern zum Heil nütze den köstlichen Schatz.
Kannst du nicht wie die Tulpe in glänzendem Kleide dich zeigen,
Spende dem Veilchen gleich still den balsamischen Duft.
Was du auch unternimmst, rein sei und edel die Absicht!
Irrst du im Wege vielleicht, irrst du gewiß nicht im Ziel.
F. Beck.
M i s e e ll e ii.
(Kanzelhöflichkeit.) König Jakob I. von England verließ einst seinen ge-wohnten Spazierweg, um einen berühmten Prediger zu hören. Als dieser den Königeintreten sah, ließ er seinen Text fallen und begann gegen das lasterhafte Fluchen loszu-ziehen. Der König, der wegen seines steten Fluchens berüchtigt war, fragte nach beendigterPredigt den Geistlichen, weshalb er nicht bei seinem ursprünglichen Texte geblieben sei?Der Prediger antwortete: „Da Eucre Majestät Ihren Weg der Predigt wegen verlassenhaben, so konnte ich nicht weniger thun, als den meinigen verlassen, um Euer Majestätentgegenzukommen."
(Der Kritiker.) Ein Violionvirtnose hatte sich erlaubt, die etwas unherbe Kritikeines Mnstkrcferentcn einer öffentlichen Antikritik zu unterziehen, — welche nicht ganzohne Berechtigung — auf das geringe musikalische Verständniß des Kritikers hinwies.Letzterer fühlte sich dadurch tief verletzt und suchte den Violinvirtonsen auf, um ihm mit-zutheilen, daß diese persönliche Beleidigung nur mit Blut abzuwaschen sei. — „Ich sollmich mit Ihnen schlagen?" rief der Geiger. „Wenn Sie mir den kleinen Finger be-schädigen, bin ich rninirt, weil ich nicht mehr spielen kann. Sie können aber noch Kritikenschreiben, wenn ich Ihnen den Kopf wegschieße.
(Wen sieht man als Tischgäste gern?) Mathematiker, weil sie mitWurzeln vorlieb nehmen; ebenso Optiker, weil sie mit Linsen und einem Speck-Trumm (Spectrum) zufrieden sind. Aber Ingenieure und Jungverhetrathetehat man nicht gern, da die ersteren gleich sechs Tanten (Sextanten) mitbringen unddie Letzteren iiolono vo1an8, wenigstens in den „Flitterwochen", die Schwieger-mutter in's Schlepptau zu nehmen haben.
(Ein kleiner Irrthum.) Ein bekannter Musiker kommt zu einer erst kürzlichvom Lande zurückgekehrten, ihm befreundeten Wiener Familie. Mit der ihn« geläufigenausdrucksvollen Geberde überreicht er der neuen Magd seine Karte. Zu seinem Ent-setzen hört er die Meldung derselben: „Bitt' Euer Gnaden, ein Stummer!"