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in sausendem Galopp auf dem steilen Berghauge hin, bis sie endlich vielleicht 1000Schritte von uns entfernt zwischen den Felsblöcken auf dem höchsten Grate Halt machten,nochmals in die Gegend lugten und dann eines nach dem andern hinter den Steinenverschwanden.
Oben auf dem Bergrücken und eine kleine Viertelstunde vom Gipfel des Krotten-kopf's entfernt, steht die im heurigen Sommer auf Kosten des bayerischen Alpeuvereinserbaute und am 8. Juli eröffnete Unterkunftshütte. Rings um dieselbe istHolz aufgeschichtet, mit dem sich der Tourist die Hütte erwärmen und mit Hülle desbereitliegenden Küchengeschirres Kaffee und duftende Speisen kochen kaun. Die Hütte istmit allem Nothwendigen ausgestattet; im ersten Cabinete befinden sich Tisch und Bänkesowie ein prächtiger Kochherd; im zweiten mehrere Matratzen, auf welche er am Abendseinen müde» Körper hinstrecken mag, bis der Morgen graut und ihn einladet, vielleichtin eine wollene Schlafdecke gegen die Kälte gehüllt den Gipfel selbst zu besteigen undsich den Sonnenaufgang in seiner niegeahnten Pracht anzusehen.
Im Zickzack führt der Weg von der .Hütte steil znm Gipfel des Berges empor.Endlich ist er erklommen, — welch' ein wundervoller, entzückender Anblick ist das! Dnhättest es nie geglaubt, solche Aussicht zu finden diese unzähligen prächtig beleuchtetenBergspitzen rings um Dich, diese vielen tiefblauen Seen, diese großartige Trümmerwcltzu Deinen Füßen! Was die Aussicht betrifft, steht der Krottenkopf selbst der Zugspitzewenig nach, und doch kostet derselbe nicht halb so viel Schweiß, Zeit und Aufwand wieletztere. Dein Auge sucht zu entdecken die funkelnden Kreuze des Karweudelgebirges,die lveiße Schueepyramide des Vcuediger, den colossalen Gebirgsstock des Großglockncr,die prächtige Kuppe des Wendelstein . Reizend liegt der Herzogstaud mit dein königlichenJagdschlösse und den mächtigen Stallungen vor Deinen Augen. Aus den tiefschattigcn,ihn umgebenden Waldungen grüßt der Barmsee herauf. Du stehst den Staffclscc, denRiegsee , den Kochelscc, ja selbst den Ammer- und Würmsee vor Dir ausgebreitet. Beireinster Luft sollen selbst die ehrwürdigen Domthürme von Freising in den Gesichtskreistreten. — (Schluß folgt.)
M i s c e l l e ir.
(Gutes Herz.) Mutter mehrcr unversorgter Töchter: „Ach, Herr Hanwitz,Sie glauben gar nicht, welch' gutes Herz meine Tochter Laura hat. Denken Sie,neulich bekommt unsere Hauskatze sieben allerliebste kleine Kätzchen; das eine war leidersehr schwach und krank, und da hat das gute Mädchen es mit der Flasche großgezogen!"— „Ach gnädige Frau, das ist noch gar nichts; wenn Sie wüßten, wie viele Kater ichschon mit der Flasche großgezogen habe!"
(Wie, was, wo?) Junge und schöne Damen, denen ein Heirathscandidatpräseutirt wird, stellen sogleich die Frage: „Wie ist er?" In den Jahren der Ueber-legung fragen sie bereits: „Was ist er?" Reif gewordene Jungfrauen aber stürzensogleich mit der Frage vor: „Wo ist er?"
(Selbstgefühl.) „Hören Sie, Schnüffler, in dieser Kriminalsache müssen Siemit großer Umsicht rechcrchiren." — „Seien Sie unbesorgt, Herr Polizeirath. Wennich die Wahrheit nicht herausbekomme — nun so existirt die Wahrheit eben nicht!"
(Im Erzgebirge .) Wirthin: Was wollen Sie denn essen? Tourist: GebenSie mir das Pikanteste, was Sie haben. Wirthin: Ja 's Bekannteste bei uns sindd' Erdäpfcl.
(Gesprungen.) Hausfrau: „Wo ist denn das Salzfaß?" — Köchin: „O, dasist kaput; es ist vom Knchentisch herunter gesprungen!"
Für die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . — Druck und Verlag desLitcrarischcn Instituts von vr. Max Huttlcr.