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„Um des Himmels willen, Thomson, was ist passirt?" rief der Carl erschrecktüber das Ansschcn seines Geschäftsführers aus.
„Mylord, ich weiß keine Worte zu finden, um mich Ihnen verständlich zn machen",begann Mr. Thomson, dankend den Stuhl einnehmend, welchen der Earl ihm anbot.Zu meinem größten Bedauern und meiner Schande muß ich bekennen, daß wir aufgroßartige Weise hintergangcn und überlistet worden sind und zwar von dem vollendetstenBöscwicht, den die Erde trägt! So etwas hat sich noch nicht ereignet seit Thomson undCratchit eine Firma bilden — und das war zur Zeit, meines Großvaters und Mr.Cratchit Großonkels." Er hielt einen Augenblick inne, um Athem zu schöpfen.
Bitte erklären Sie sich, Sie haben mir etwas Unangenehmes mitzutheilen. RedenSie nur, ich bin auf schlimme Nachrichten gefaßt."
Ja, es ist so, Mylord. Der junge Mann, welchen wir als Mr. Fauconrtempfingen, hat kein Recht auf diesen Namen; er ist ein Betrüger, ein — dem Willennach, ein Mörder! Dem Himmel sei Dank, daß Sie nicht als Opfer seiner geheimenRänke gefallen sind", rief Mr. Thomson, von seinen Gefühlen überwältigt, aus.
Einige Augenblicke starrte ihn der Earl unverwandt an, als ob er befürchte, dergute Mann habe den Verstand verloren.
„Was sagen Sie da? Höre ich recht? Wie kann das sein? Haben Sie nicht dieBeweise geprüft? Sie schienen doch alle richtig zu sein, als Sie mir dieselben vorlegten."
„Mylord, ich hatte sie genau untersucht; die Papiere sind alle gültig, nur wurdensie uns durch den unrechten Mann zugestellt. Es ist jetzt klar erwiesen, daß sie ge-stohlen waren."
„Barmherziger Himmel! Wann ist dies entdeckt worden?"
„Der rechtmäßige Mr. Fauconrt, welcher unter dem Namen St. Lawrence —G
„St. Lawrence?" unterbrach ihn Lord Alphington. „Ist es ein Maler? SahenSie ihn?"
„Er ist derselbe", bcstättigte Mr. Thomson, erstaunt über das ungestüme Benehmendes Earl. — Ich habe ihn noch nicht gesehen."
„Aber ich; erst gestern sah ich ihn. Er ist das Bild meines verlorenen Sohnes.O Gott, was gäbe ich darum, daß dies wahr sei. Jedoch war er noch zu verwirrt,um alle die Veränderungen welche diese Entdeckung mit sich brachte, vollständig begreifenzu können.
„Erzählen Sie mir die einzelnen Umstände", sagte er nach einem kurzen Schweigen,welches Mr. Thomson nicht zu unterbrechen wagte. „Erzählen Sie mir Alles, wasSie wissen."
„Wie es scheint, war St. Lawrence, ich darf ihn wohl einstweilen noch mit demRainen, welchen er sich selbst beigelegt hat, bezeichnen — in der Absicht von Amerika hierher gereist, um Ihnen die Beweise seines Gcburtsrechtes vorzulegen. Unterwegswurde ihm die Schatulle, welche dieselben enthielt, durch einen kleinen Franzosen, PierreLemout, auf Anstiften Scdlcy's gestohlen. St. Lawrence setzte gleich nach seiner Ankunftsofort die Polizei .in Kenntniß und ein gewandter Geheimpolizist verfolgte die Sache.Als Sie die Anzeige von dem verloren gegangenen Ringe machten, glaubte man, diesergeringere Dicbstahl werde zur Aufdeckung des größeren beitragen und vertraute die beidenFälle demselben Manne an. Diese Vermuthung hat sich als richtig herausgestellt —die ganze Geschichte ist vermittelst des Ringes an's Tageslicht gekommen."
„Aber als Sedleh Ihnen die Beweise überbrachte und öffentlich den Namen Fan-court annahm, mußte St. Lawrence doch wissen, wer der Dieb sei", wandte Lord Alp-hington ei».
„Gewiß wußte er das, Mylord, aber wie hätte er beweisen können, daß er bc-stohlcn worden sei, daß er überhaupt je diese Papiere besessen habe? Die beiden junge»