Leute sind Vettern im gleichen Alter und auf denselben Namen „Eustace Sedley" ge-tauft. Ich weiß nicht, ob es Ihnen bekannt ist, daß Mr. Faucourt in Amerika nachseiner Berheirathnng den Namen seiner Frau führte; aus welchem Grunde er dies that,wird man wohl jetzt nicht mehr in Erfahrung bringen können."
„Ich errathe ihn", sagte der Earl seufzend. „Bitte, fahren Sie fort."
„In Folge dessen hieß also auch der Sohn Eustace Sedley. Der Mensch, welcheruus diesen schändlichen Streich gespielt hat, ist der Sohn eines Bruders von Mr. Fau-court's Gattin."
„Woher wissen Sie dies Alles?" frug der alte Herr, sich noch immer fürchtend,dem Gehörten Glauben zu schenken."
Riggs, der Geheimpolizist, welchem, wie ich eben erwähne, beide Sachen übergebenworden waren, verkleidete sich und bestach den Diener Sedlcy's, dessen Stelle er über-nahm", fuhr Mr. Thomson in seinem Berichte weiter fort. „Wie Sie sehen, Mylord,wußte Riggs ziemlich genau, mit welchem Manne er beginnen müsse und er hatte eben-falls den schlauen Verdacht, daß der Bursche, welchen Miß Bertha Dalton als denEigenthümer des Ringes beschrieben, auch den größeren Dicbstahl verübt haben müsse.Deshalb versuchte er, Näheres über ihn in Erfahrung zu bringen und hierzu benutzte erden Diener der Mrs. Sedley.
„Mrs. Sedley? Von wem sprechen Sie nun?"
„Von der Frau dieses Sedley, Mylord; er heirathete eine hübsche Französin, JulieLemont, Schwester dieses Pierre, welcher zur besseren Aufklärung des Falles viel bei-trug, indem er zuerst den Opnlring stahl und denselben dann wieder verlor."
„Verheirathet?" stieß Lord Alphington entsetzt hervor. „Und das hübsche MädchenHjiß Dalton sollte geopfert werden!"
„St. Lawrence und Riggs waren übereingekommen, wenn die Verhaftung nichtfrühzeitig genug erfolgen könnte, gemeinsam aufzutreten und wenigstens das Aufschiebender Hochzeit zu veranlassen. Mr. St. Lawrence wußte nicht, daß sein Vetter verheirathetsei, sonst würde er die Verlobung mit Miß Dalton sofort rückgängig gemacht haben;aber wie ich Ihnen sagte, Mylord, hörte Riggs durch den Diener der MrS. Sedley,wo jener Pierre sich aufhalte. Die Polizeibehörde telegraphirte nach Frankreich , Lemontwurde verhaftet und hat schon seinen Antheil an dem Diebstahlc eingestanden. Nunkommt noch der schlimmste Theil meines Berichtes. — Diese Mrs. Sedley ist eine leicht-fertige Person ohne alle Grundsätze; jedoch unterliegt es keinem Zweifel, daß sie beidiesem Bösewicht von Gatten ein jammervolles Leben geführt haben muß. Als SedleyMiß Dalton zuerst erblickte, verliebte er sich, wie es scheint, in sie, und beschloß daher,fein Weib bei Seite zu schaffen, um sie heirathen zu können. Zuerst versuchte er es,sie zu überreden, das Land zu verlassen, und da sie sich entschieden weigerte dies zuthun, vergiftete er sie."
„Er vergiftete sie?" wiederholte Lord Alphington, auf's Tiefste erschüttert.
„Darüber herrscht gar kein Zweifel mehr. Riggs verhütete das Gelingen diesesBerbrechens. Sedley hatte die Wirkung des Giftes an seinem Jagdhunde versucht undda Riggs etwas Derartiges vermuthete, brachte er den Hund zu einem Thierarzte; dortwurde er getödtet, untersucht und das Gift constatirt. Die Flasche Medizin sowieder Branntwein, welchen Sedley seiner Frau gab, enthielten dasselbe Gift. Es gibtfür den Elenden keine Ausflucht und Rettung inehr. Gestern Abend wurde er wegenBetruges und Vergiftungsversuches auf der Eisenbahnstation verhaftet und befindet sichnun in sicherem Gewahrsam."
(Fortsetzung folgt.)