Ausgabe 
(5.12.1883) 97
 
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Nr. 97.

1883.

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Augsliirrger PostMnng."

Mittwoch, 5. Dezeiuber

Der Gpalring.

Roman aus dnn Englischen von C. E.

(Fortsetzung.)

Lord Alphington erhob sich aus seinem Sessel und trat an's Fenster; er warerregter, als er dem Rechtsanwalte zu zeigen wünschte; einestheils war es das Gefühl derFreude, diesen Menschen, der ihm so widerwärtig gewesen, von seinem Lebenspfad ent-fernt zu wissen und an dessen Stelle jenen Anderen, für welchen er schon jetzt ein sowarmes Interesse fühlte, als Enkel begrüßen zu dürfen, aber auf der anderen Seiteflößten ihm die schändlichen Verbrechen, welche dieser Mann, der für kurze Zeit seinenNacken geführt, begangen hatte, ein unbeschreibliches Entsetzen ein und mit tiefem Mit-leide gedachte er des unglücklichen Mädchens und ihrer so übel angebrachten Zuneigungfür diesen Elenden.

Es wird ihr das Herz brechen, wie wird sie es ertragen können", und daun-wandten sich seine Gedanken der jüngeren Schwester zu und die Vermuthung, daß einezärtliche Neigung zwischen ihr und St. Lawrence bestehe, tauchte wieder in ihm auf.Wiewunderbar sich zuweilen die Ereignisse gestalten", setzte er seine Betrachtungen fort.Hätte nicht dieser Bursche zufällig den Ring in Bertha's Shawl verwickelt, so wäredas abscheuliche Complot nicht entdeckt worden und mein nobler Junge nie im Standegewesen, sein Eigenthum zu beanspruchen. Gott segne ihn!" Er kehrte an's Fensterzurück und nahm seinen Sitz Mr. Thomson gegenüber wieder ein.

Ist Hoffnung für die Wiederherstellung dieser armen Person, Sedlcy's Frau,vorhanden?"

Wie ich glaube, ist sie noch nicht ganz aufgegeben."

Und der Opalring? Weiß man, wo er hingekommen ist? Wer hatte ihn daszweite Mal gestohlen?"

Mrs. Scdley ahnte, da Miß Bertha Dalton sie besuchte, wo er zu finden sei,und bemächtigte sich seiner, um ihn nöthigenfalls als Beweis gegen ihren Gatten ver-wenden zu können. Dem Anscheine nach drohte sie ihm hiermit. Sie hat ein auf-richtiges Geständniß abgelegt. Der Ring befindet sich in den Händen der Polizei undwird Ihnen jedenfalls zurückerstattet werden."

Es freut mich, daß er wieder in den Besitz der Familie kommt. Aber nocheins ist mir unklar. Ich erhielt nie befriedigende Aufklärung von diesem MenschenSedley, weshalb die Beweise nicht viel früher eingebracht wurden und warum man mirnicht vor Jahren mitgetheilt hat, daß mein Sohn einen legitimen Erben hinterlassenhabe. Jetzt wundert es mich nicht, daß er mir diese Frage nicht genügend beantwortenkonnte. Können Sie es vielleicht?"

Nein, Mylord; ich habe Mr. St. Lawrence^Mr. Faucourt, wie wir ihnwohl nennen müssen, weder gesehen noch schriftlich mit ihm verkehrt. Niggs kam heute