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Walk müllcr und Tuchfärber. Im silbernen Felde eine aufwärts blaueHand. Patron: St. Jakob der Kleine, der mit einer Tuchwalkcrstange Erschlagene; erhat znr Seite den einem großen Geigenbogen ähnlichen Walkerbanm. Fahne blau undsilber.
Weber. Im grünen Felde ein goldenes Weberschiffchen. Patronin: St. Atha-nasia, die Weberin mit dein Stern aus der Brust; auch galten Krispinus und Kris-pinianns als Patrone. Fahne grün und gold.
Wein Händler und Weinschänken. Im purpurnen Felde ein Faß, woraufein silberner Pokal steht oder ein Bacchus reitet. Patron: St. Urbanns, an dessenTodestag es Wein regnete. Fahne Purpur und sicher.
Zimmerleute. Im goldenen Felde stahlblaue Handwcrksgeräthe. Patron: St.Joseph, der Zimmermann, bei dem der Heiland in die Lehre ging. Er hält einenLilienstab, zuweilen auch eine Säge. Fahne blau und gold.
Zinn gieß er. Im silbernen Felde eine blaue Kanne. Patron: St. KarolusMagnns, der den Dom zu Aachen mit Zinn (?) decken ließ. Fahne blau und filber.
M i s c e ll e n.
(Die schönste Hand.) Kürzlich unterhielten sich zwei junge, liebenswürdigeDamen über das, was die Schönheit einer Hand ausmache. In ihren Ansichten dar-über ebenso verschieden wie in der Form des schönen Gliedes, von dcßen Vorzügen siesprachen, beschlossen sie, einem Greise, der zufällig dazu kam, die Frage zur Entscheidungvorzulegen. Jede der Damen Zeigte ihm ihre Hand. Beide erfassend, blickte er eineZeit lang auf sie, als ob er sie genau betrachte. Endlich sagte er: „Ich gebe es auf;die Frage ist zu schwer für mich; doch fragen Sie die Armen, und sie werden Ihnensagen, daß die schönste Hand in der Welt jene sei, die Almosen spendet."
(Der andere Mensch.) Ein Herr, der die schlimme Gewohnheit hatte, nichtnur einen, sondern sogar zwei Schnäpse auf einmal zu bestellen, befragt, warum ersolches thäte, meinte: „Ja, das hat seine ganz eigenthümliche Bcwandtniß: Sehen Sie,meine Herren, wenn ich einen Schnaps trinke, so werde ich ein ganz anderer Mensch,und meine Herren, ich sehe nicht ein, warum der andere Mensch nicht auch einen Schnapshaben soll, was ich zu beachten bitte."
(Ein schlechter Witz.) Prinz Ludwig von Baden kam in diesem Sommer aufeiner Fußwanderung durch den Schwarzwald auch nach Sommerau. Obgleich es imJuli war, pfiff doch ein schneidend kalter Wind über die Höhen, so daß der Prinz sichim Zimmer behaglich fühlte. „Wie kommt denn dieser Ort zu dem Namen Sommerau?"fragte der im strengsten Inkognito reisende Fürstcnsohn. — „Nun sehen Sie," antworteteder gemüthliche Oberländer, „weil es hier im Winter kalt ist und im Sommer an"(auch). —
(Aerztliches Zeugniß.) Ein gutes Seitenstück zu dem von Fritz Reuter er-wähnten Zeugniß: „Ich bescheinige, daß P. X Prügel erhalten hat, und sie haben ihmnichts geschadet" — bildet das unlängst von einem Wiener Arzt ausgestellte, das wiefolgt lautete: „Die Kopfverletzung ist eigentlich eine schwere: da aber .der Verletzte fleißigkalte Umschlüge gemacht hat, kann ich sie nur als eine leichte klassifizieren.
(Aus der Schule.) Lehrer (der eine Aufgabe an die Tafel geschrieben): „Wervon Euch trifft mir diese Ausgabe?" Martin (indem er seine Mütze gegen die Tafelwirft): „Ich, Herr Lehrer."
(Bettlerpraxis.) „Vcrgclt's Gott , Ew. Gnaden für die schöne Hosen, aberragen kann ich se nct, die verderbet' mir mein Geschäft; kein Mensch thät mir was gebenl"