auch dem Repräsentanten deuischcu Volksthums, dem hehrcu Siegfried, iunewohnte, undvon dem der Dichter sagt:
„Wollt rosten nicht in VatcrS Hn»S,
Wollt wandern in alle Welt hinaus!"
Wer aber die Poesie des Reifens und Wandcrns genießen will, der darf sich nichtdein Dampfroß anvertrauen, der muß im eigentlichsten Sinne des Wortes wandern, undzwar womöglich allein. Nicht dem Touristen modernen Zuschnitts, nur dem schlichtenWanderer nach altdeutschem Branche erschließt sich die Wnnderwclt draußen; nur ihmpochen Andacht und Liebe bei seinem Wandern an's Herz, in ihrer stillen Weise, bissich's erschließt und bis die Liebe überfließt von lautem, jubelndem Preise. Man kannnur von Herzen wünschen, daß alles Wandern ein deutsches Wandern seilt möge, einWandern, verklärt durch deutsche Gemüthsticsc, die in aller Naturschönheit nur den Saumdes Kleides des Schöpfers bewundert, des Schöpfers, aus dessen Odem hcrströmt diereinste und ursprünglichste Fülle aller Poesie. Möge allen, Jungen und Alten, auchDenen, die mit vollen Masten in den Ocean schifften und auf mühsam gerettetem Bootdem Hafen zusteuern, der Quellpnnkt deutschen Gemüthslebcns im Innern frisch undgesund bleiben, aus dem der beseligende Schnsuchtstrieb in die Ferne immer neueNahrung zieht. Und welches Wandern ist wohl das schönste und beliebteste? — Offenbardas Wandern zur lieben Heimath, wenn man wiederkehrt aus der Fremde, „das Haarbestäubt und das Antlitz verbrannt."
„Es ist so schön, wenn vom fernen StrandeDie Bahnen fuhren znni Hcimathlnndc,
Wo der Rauch aufsteigt am cig'ncn Herd,
lind die Kindheitswclt Dir ist ewig Werth." l)r. D.
Ueber die Himmclserschcimmgcii
am 27., 28. und 29. November läßt sich der Göttingcr Professor Klinkerfueßim „Hannovcr'schcn Kurier" folgendermaßen aus: Die wahrscheinlichste Erklärung schienmir die durch ein Zodiakallicht, das heißt durch eine im Welträume schwebende Wolke vonMeteorsteinen, gleichsam von Weltcnstanb zu sein, der, von der Sonne erleuchtet, durcheinen gewissen Gesammteffckt uns sichtbar wird, ganz so, wie es bei dem Zimmcrstaubeder Fall ist. Verschiedene Wahrnehmungen, die auf der hiesigen Sternwarte gemachtworden sind, haben mich noch in meiner Ansicht bestärkt. Zwar ist das Zodiakallichtoder Thierkreislicht (so genannt, weil es im Zodiakus oder Thicrkrcis erscheint) imNovember gewöhnlich nur am Morgcnhimmcl sichtbar, aber im December auch schonam Abcndhimmcl und erscheint nicht selten um diese Jahreszeit, nachdem es amAbendhimmcl sich gezeigt hat, in der Frühe auch am Morgenhimmcl, wie auch diesmal; der Monat December stand ja schon vor der Thür. In der Regel ist das Zodiakal-licht bei uns weißlich, aber der vor etwa zwei Jahren verstorbene Professor Heiß, derdie darauf bezügliche Literatur gründlich kannte, bemerkte schon, es solle zuweilen auchgelblich und bei sehr klarer Luft sogar röthlich sein. Westphal, der in den ersten Jahr-zehnten dieses Jahrhunderts das Thierkrcislicht in Aegypten oft beobachtet hat, sagtdavon, es habe dort immer das Aussehen eines entfernten Brandes. Das in Redestehende Phänomen war diesmal von anderen merkwürdigen Erscheinungen begleitet,welche ganz geeignet sind, der vorhergehenden Erklärung einen festen Halt zu geben.Auffallend war da zunächst, daß während eines großen Theils der Nacht über denHimmel sich ein matter Lichtschimmer ausbreitete, von der Art, wie er schon im Kosmoserwähnt, am häufigsten aber in Verbindung mit Stcrnschnnppenfällen bemerkt wird, wiebeispielsweise bei dem großen Sternschnuppenfall in der Nacht vom 13. auf den 14.November 1866, ebenso bei dem vom 27. November 1872, der bekanntlich durch den