Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
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Antiquarischer Briefe erster.

lim anticmorum Iionnnum! antwortete Cicero dem lauen Atticus, derihm vorwarf, daß er sich über etwas warmer, rauher und bittererausgedrucket habe, als man von seinen Sitten erwarten können.

Der schleichende, süße Komplimcnticrton schickte sich weder zudem Vorwürfe, noch zu der Einkleidung. Auch liebt ihn derVerfasser überhaupt nicht, der mehr das Lob der Bescheidenheit,als der Höflichkeit sucht. Die Bescheidenheit richtet sich genaunach dem Verdienste, das sie vor sich hat; sie giebt jedem, wasjedem gebühret. Aber die schlaue Höflichkeit giebt alle» alles,um von allen alles wieder zn erhalten.

Die Alten kannten das Ding nicht, was wir Höflichkeitnennen. Ihre Urbanität war von ihr eben so weit, als vonder Grobheit entfernt.

Der Neidische, der Hämische, der Rangsüchtige, der Vcr-hctzcr, ist der wahre Grobe; er mag sich noch so höflich ausdrücken.

Doch es sey, daß jene gothische Höflichkeit eine unentbehrlicheTugend des heutigen Umganges ist. Soll sie darum unsereSchriften eben so schaal und falsch machen, als unsern Umgang?

^ Erster Brief. °)Mein Herr,

Wenn es Zhnm gleichviel ist, ob Sie den Platz, den Siein Zhrcn Blättern gelehrten Sachen bestimmen, mit einer gutenCritik, oder mit der Widerlegung einer verunglückten füllen: sohaben Sie die Güte, Folgendes einzurücken.

Herr Klotz soll mich eines unverzeihlichen Fehlers, in sei-nem Buche von den alten geschnittenen Steinen über-wiesen haben. Das hat ein Recensent dieses Buches (") fürnöthig gehalten, mit anzumerken.

Mich eines Fehlers? das kann sehr leicht seyn. Aber einesunverzeihlichen? das sollte mir Leid thun. Zwar nicht sowohlmeinetwegen, der ich ihn begangen hätte: als derentwegen, dieihn mir nicht verzeihen wollten.

°) Zuerst gedruckt in der Hamburgischc» neuen Zeitung, 97. Stuck,211. Zunii 17K8, und im Hamburgischc» Correspondcntcn vom 22. Zunii,Num. t00.

(°) Beytrag zum Sieichspostreuter St. 54.